Gutes Körperbild - weniger Rückenschmerz

 25. September 2014
Bild: Corbis

Wer seine eigene Gesundheit und sein allgemeines Befinden negativ einschätzt, hat oftmals auch stärkere Rückenschmerzen. Das subjektive Körperbild ist also ein wichtiger Einflussfaktor bei Schmerz. Das hat eine Studie von Bochumer und Kölner Forschern jetzt ergeben.

Über 85 Prozent der Deutschen leiden mindestens einmal im Leben an Rückenschmerz, in jedem dritten Fall werden die Schmerzen chronisch. Bei wiederum 85 Prozent lässt sich der Schmerz nicht auf eine konkrete Ursache zurückführen – er ist nichtspezifisch. Die Ursachen für die Entstehung und Chronifizierung von solchen nichtspezifischen Rückenschmerzen werden viel diskutiert: Neben physiologischen Aspekten wie genetischer Ausstattung, Zwangshaltungen und mangelnde Muskulatur rücken zunehmend psychosoziale Einflüsse wie Stress, fehlende Erholung und ungünstiges Schmerzverhalten ins Interesse der Forschung.

Zu diesen Faktoren gehört auch das subjektive Körperbild. Es umfasst verschiedene Aspekte der Wahrnehmung und Einschätzung des eigenen Körpers. Sportwissenschaftler und Psychologen der Deutschen Sporthochschule Köln und der Ruhr-Universität Bochum haben sich auf drei Aspekte konzentriert: Gesundheit und körperliches Befinden, Selbstakzeptanz des Körpers und körperliche Effizienz. In den Jahren 2012 und 2013 befragten sie Patienten mit nichtspezifischen Schmerzen im Lendenbereich sowohl aus der Allgemeinbevölkerung als auch aus dem Leistungssport zu diesen und weiteren psychosozialen Aspekten sowie zum Umgang mit dem Schmerz.

„Unsere Ergebnisse deuten auf Zusammenhänge zwischen subjektivem Körperbild und der Intensität der Rückenschmerzen hin“, sagt Claudia Levenig von der RUB. Je negativer die Befragten aus der Allgemeinbevölkerung die eigene Gesundheit und das körperliche Befinden sahen, desto höher war die Schmerzintensität in den vergangenen sieben Tagen und den letzten drei Monaten gewesen.

Die Forscher verglichen zudem die sportliche Aktivität der 250 Befragten. Sie erhoben, auf welchem Leistungsniveau sie Sport trieben und wie viel sie vor Beginn der Rückenschmerzen trainiert hatten. Dabei zeigte sich: Patienten, die vor Beginn der Rückenschmerzen keinen Sport betrieben hatten, fühlten sich im Gegensatz zu Freizeit- und Leistungssportlern weniger gesund und nahmen ihren Rücken auch als weniger trainiert war. „Daher scheint gerade bei Nichtsportlern in der Physio- und Sporttherapie die Arbeit an einer Verbesserung des Körperbildes wichtig zu sein“, so die Forscher.

Den Schmerz zu unterdrücken sei übrigens keine gute Strategie. Patienten, die dies versuchten, legten nicht nur eine eher depressive Stimmung an den Tag (weil die Schmerzunterdrückung eher nicht gelang), sie bewerteten ihre Gesundheit auch negativer als Personen, die einen flexiblen Wechsel zwischen körperlicher Be- und Entlastung praktizierten.

Quelle: Ruhr-Universität Bochum

 

 

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