Sprunghaft fitter

 26. April 2018
Esa-Astronaut Luca Parmitano springt in die Luft

Esa-Astronaut Luca Parmitano macht es vor: Springen stärkt Körper und Geist (Foto: Getty)

Springen macht fit – und stärkt den Körper. Tatsächlich ist es eine hochwirksame Übung und deshalb auch besonders geeignet, wenn man nur wenig Gelegenheit für Bewegung hat.

​Wer täglich viel sitzt und den Weg ins Fitnessstudio scheut, kann auf ein sehr simples, aber effektives Mittel zurückgreifen, um einigermaßen in Schuss zu bleiben: Springen! Es stärkt die Knochen, die Muskeln und das Herz, wie jetzt zwei von der europäischen Weltraumbehörde esa unterstützte Studien demonstriert haben.

23 männliche Versuchspersonen verbrachten 60 Tage in vollständiger Bettruhe: ständig in Liegeposition. Dies ist ein probates Mittel, um die Schwerelosigkeit zu simulieren, die Astronauten im All unerbittlich schwächt. Um dem entgegenzuwirken, durften die Probanden pro Tag drei Minuten lang horizontal „springen“.

Wirksame Übung gegen Knochenabbau

Sie stießen sich mitsamt ihrer beweglichen Liege etwa siebzigmal waagrecht von einer Fußplatte ab, wobei ein Federmechanismus sie stets zurückkatapultierte. Klingt anspruchslos, ist aber „eine hochintensive Übung, um Muskel- und Knochenmasse zu erhalten und als Intervalltraining das Herz-Kreislauf-System zu unterstützen“, wie Andreas Kramer von der Universität Konstanz erläutert.

Tatsächlich stellte sich heraus, dass der schlichte Spring-Workout sogar wirksamer gegen den Knochenabbau war als bisher erprobte Mittel wie Kalziumzufuhr, Ernährungsbeigaben oder Vibrationstraining. Nun wollen Kramer und sein Team das Sprungtraining bei Probanden erproben, die ein hohes Risiko für Osteoporose tragen.​

TSA/ EMT

​Andreas Kramer u. a.: How to prevent the detrimental effects of two months of bed-rest on muscle, bone and cardiovascular system: an RCT. Nature, Scientific Reports, 7, 13177, 2017. DOI:10.1038/s41598-017-13659-8

Dieser Beitrag ist in leicht veränderter Form in der Ausgabe 05/2018 von Psychologie Heute erschienen, Titelthema „Akzeptieren, wie es ist“. Weitere Meldungen zu interessanten aktuellen Studien finden Sie im Heft unter anderem in den Rubriken Themen & Trends sowie Körper & Seele.

Kaufen können Sie die aktuelle Ausgabe bei einer Verkaufsstelle in Ihrer Umgebung. Ein Abo für Psychologie Heute können Sie hier abschließen.

Aktuelle und frühere Ausgaben von Psychologie Heute und Psychologie Heute compact gibt es auch im Online-Shop.

Einzelne Artikel finden Sie in unserem Archiv.

Emotion & Kognition

Hier bin ich schön, hier bin ich Sein

Wieder mal unzufrieden mit Ihrem Körper? Dann stimmt Sie vielleicht ein kleiner Spaziergang durchs Grüne milder gegenüber Ihrem Erscheinungsbild. Sicher wird Ihnen die Bewegung guttun – doch schon allein der Anblick der Natur...
>> weiterlesen

Medien & Gesellschaft

Fake? Einfach kontern reicht nicht

In einer Diskussion fällt eine falsche Behauptung. Sie kennen den richtigen Sachverhalt und möchten Gegenaufklärung leisten? Dies ist komplizierter als gedacht.
Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln kann Autismus...
>> weiterlesen

Gesundheit & Psyche

Einschlafen mit List(en)

Wer sich abends im Bett wälzt und nur schwer zur Ruhe findet, könnte es mit dem Schreiben von To-do-Listen probieren. Forscher haben gezeigt: Das wirkt – aber nur, wenn man sich an eine bestimmte Technik hält.
Mal wieder...
>> weiterlesen

Familie & Erziehung

Gut gemacht!

Ein Lob für eine Leistung tut Kindern offenbar gut. Weniger sinnvoll scheint es zu sein, eine Fähigkeit wie Schlauheit zu preisen – das könnte zum Schummeln verleiten, zeigen zwei Studien.
„Du bist schlau“ oder „Andere...
>> weiterlesen

Partnerschaft & Sexualität

Leichter verzeihen

Keine Partnerschaft bleibt ohne Konflikt. Ob wir eine Verletzung leicht vergeben können, wird vor allem durch unsere Art der Bindung beeinflusst.
In Beziehungen sind gegenseitige Verletzungen nicht immer zu vermeiden. Wer...
>> weiterlesen

Arbeit & Freizeit

Schöner warten

Nach Prüfungen oder Vorstellungsgesprächen sind viele sehr angespannt, bis das Ergebnis vorliegt. Achtsamkeit macht die Situation erträglicher.
Warten kann eine Qual sein, ob es um die Ergebnisse ärztlicher Untersuchungen...
>> weiterlesen

Aboservice

Jahres-, Studenten- oder Geschenkabo: Sie wählen Ihr Abonnement – wir bieten interessante Prämien! Zum Abo-Shop.

 

 

Neu im Shop

Barbara Sichtermann: Viel zu langsam viel erreicht

Über den Prozess der Emanzipation.
Zu Klampen, Springe 2017, 160 Seiten

18 €inkl. 7% MwSt.