216 Wörter für mehr Glück

14. Oktober 2016
 

Was wir als Glück wahrnehmen, hängt auch von unserer Sprache ab, sagt ein britischer Forscher. Er hat 216 Wörter aus anderen Kulturen zusammengetragen, die jeder lernen sollte, der glücklicher werden möchte.

Andere Kulturen können uns das Glücklichsein lehren. Das ist die Hoffnung, die Tim Lomas hegt. Der an der University of East London tätige Psychologe hat sich mit Begriffen beschäftigt, die es in seiner Muttersprache Englisch nicht gibt. Er sagt: Um positive Gefühle zu empfinden, muss man auch ein Wort haben, um sie zu benennen.

Ein wenig Vokabellernen (und Stöbern in fremden Sprachen) kann für Glückssucher demnach hilfreich sein. Erste Wörter zum Üben finden sie in einem Artikel, den Lomas jüngst im Journal of Positive Psychology veröffentlicht hat. 216 „unübersetzbare“ Begriffe für positive Gefühle hat er dort zusammengetragen. Lomas führt das Projekt online weiter. Sein bislang erschienenes „Glossar des Glücks“ ist auf seiner Website zu lesen. Hinweise auf weitere Begriffe sind ausdrücklich erwünscht! Und auch bei möglichen Missverständnissen seinerseits bittet Lomas um Anmerkungen.

Hier eine Auswahl der Wörter, auf die der Wissenschaftler bei seiner Recherche gestoßen ist:

Gokotta: Schwedisch für „früh aufwachen, um den Vögeln zuzuhören“

Gumusservi: Türkisch für den Schimmer des Mondlichts auf der Wasseroberfläche

Iktsuarpok: Inuit für die Vorfreude, wenn man auf jemanden wartet

Jayus: Indonesisch für einen Witz, der so unwitzig ist (oder so schlecht erzählt), dass man einfach lachen muss

Mbukimvuki: Bantu für „sich aus den Kleidern schälen, um zu tanzen“

Schnapsidee: Deutsch für einen (wie) aus der Trunkenheit geborenen Einfall, den sein Urheber in diesem Augenblick für schlicht genial hält

Sobremesa: Spanisch für den Augenblick, da man das gemeinsame Mahl gerade beendet hat, aber noch plaudernd vor den leeren Tellern beisammen sitzt

Suaimhneas croi: Gälisch für die Freude, wenn man eine Aufgabe abgeschlossen hat

Volta: Griechisch für gemächliches Durch-die-Straßen-Schlendern

Wu-wei: Chinesisch (wörtlich: Nichtstun) für den beneidenswerten Zustand, ohne innere Anstrengung und Überwindung zu tun, was zu tun ist.

Psychologie Heute wünscht viel Spaß bei der Wortschatz- und Gefühlserweiterung!

EMT/ TSA

Tim Lomas: Towards a positive cross-cultural lexicography: Enriching our emotional landscape through 216 ‘untranslatable’ words pertaining to well-being. The Journal of Positive Psychology, 11/5, 2016, 546–558. DOI: 10.1080/17439760.2015.1127993
Christian Jarrett: 216 untranslatable words. The Psychologist, 29/4, 2016, 226. 

 

 

Dieser Beitrag ist in kürzerer und leicht veränderter Form in der Ausgabe 11/2016 von Psychologie Heute erschienen, Titelthema "Sieh's doch mal so!". Weitere Meldungen zu interessanten aktuellen Studien finden Sie im Heft unter anderem in den Rubriken Themen & Trends sowie Körper & Seele.

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