Neujahrsvorsätze: Lieber abstrakt als konkret

01. Januar 2011
 

Haben auch Sie gute Vorsätze für das neue Jahr? Wollen Sie abnehmen? Oder weniger Geld ausgeben? Dann sollten Sie sich fragen, warum Sie das tun wollen, und nicht, wie Sie Ihr Ziel erreichen können. Dies legt eine Serie von Experimenten amerikanischer Wissenschaftler nahe. Ihre Erkenntnisse klängen zwar zunächst überraschend, sagt Studienleiterin Julia Bayuk von der University of Delaware. Doch tatsächlich hätten Menschen, die sich einen genauen Plan zurechtlegten, mehr Schwierigkeiten, ihr Vorhaben zu verwirklichen, als solche, die das nicht tun. Wichtig sei vielmehr, darüber nachzudenken, warum man ein bestimmtes Ziel verfolge.

Die Wirtschaftswissenschaftlerin hat gemeinsam mit Kollegen von der University of Florida mehrere Studien durchgeführt, in denen sie eine abstrakte („warum“) mit einer konkreten („wie“) Denkweise verglich. Die Hälfte der Versuchsteilnehmer sollte sich jeweils darauf konzentrieren, warum sie ihr Vorhaben verfolgen, die andere Hälfte darauf, wie sie dieses erreichen können.

In einem Experiment wurde den Probanden das Ziel vorgegeben, Geld zu sparen. Einige von ihnen sollten einen detaillierten Plan dafür ausarbeiten, andere nicht. Anschließend bekamen alle Probanden die Gelegenheit, Snacks einzukaufen. Es zeigte sich: Die Gruppe der abstrakten Denker konnte der Versuchung, Geld auszugeben, am ehesten widerstehen. Am schlechtesten schnitt die Gruppe der konkreten Denker ab, die sich einen Plan ausgedacht hatten.

„Sich eine detaillierte Strategie zurechtzulegen, kann den Blick einengen“, erklärt Bayuk. „Man konzentriert sich dann so sehr auf seinen Plan, dass man eventuelle Alternativen übersieht, die einen auch zum Ziel führen würden.“ Wer abnehmen wolle und dabei allein auf die Ernährung achte, der lasse sich vielleicht die Gelegenheit entgehen, mit einem Freund zu joggen, so Bayuk.

Die Wissenschaftlerin empfiehlt, statt genauer Pläne zu schmieden, solle man sich lieber über den Sinn des Unterfangens klar werden. Am Ball bleiben könne man dann zum Beispiel, indem man Notizen an strategischen Orten platziere, auf denen man aufgeschrieben hat, warum einem das Vorhaben so wichtig ist.

Von Anke Bruder Quelle: Newswise

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