Was uns stresst

27. Juli 2017
 

Die britische Physiological Society hat eine neue Rangliste der Stressfaktoren herausgegeben. Fachleute der wissenschaftlichen Gesellschaft rekrutierten über 2000 Teilnehmer ab 18 Jahren. Die Befragten sollten 18 einschneidende Lebensereignisse daraufhin bewerten, wie belastend sie sind.

Die drei Ereignisse, die alle Befragten am meisten mit psychischer Belastung in Verbindung brachten, waren der Tod eines Nahestehenden, eine Freiheitsstrafe sowie der Verlust des Zuhauses durch Flut oder Feuer. Genannt wurden auch ernsthafte Erkrankungen (Platz 4) sowie Herausforderungen wie der Verlust der Arbeitsstelle (5) oder Scheidung (6), ebenso Verzögerungen beim Pendeln zur Arbeit (12) und die Bedrohung durch Terrorismus (13). Den Verlust ihres Smartphones bewerteten viele als stressig, er belegte Platz 14 der Rangliste. Altersunterschiede fanden die Forscher beim Thema Brexit: Für jüngere Befragte im Alter zwischen 18 und 24 Jahren stellte dieses Ereignis eine größere Bürde dar als für alle anderen Altersgruppen.

„Es ist bezeichnend“, so Lucy Donaldson von der Physiological Society, „dass Frauen jedes einzelne der vorgestellten Szenarien für stressvoller hielten als Männer.“ Darüber hinaus stellten die Experten fest: „Das Gefühl von Stress nahm mit dem Alter der befragten Personen zu. Das steht im Zusammenhang mit chronischen oder langfristigen gesundheitlichen Problemen.“

Die meisten Menschen wüssten, dass Stress sich negativ auf die Psyche auswirkt. Häufig sei jedoch weniger bewusst, welche Wirkung er auf den Körper hat, so Donaldson. „Er kann das Gehirn, das zentrale Nerven- sowie Hormonsystem ebenso wie die kardiovaskuläre Gesundheit und das Immunsystem beeinflussen.“ Auch Magen-Darm-Probleme können durch langfristigen Stress ausgelöst werden. Das geschieht durch die anhaltende Ausschüttung von Hormonen wie Noradrenalin und Kortisol.

Anna Gielas

The Physiological Society: Stress in modern Britain. Making sense of stress, 2017; www.physoc.org/making-sense-stress-2017

 

Dieser Beitrag ist in etwas abgewandelter Form in der aktuellen August-Ausgabe  von Psychologie Heute erschienen, Titelthema "Ich lass mir Zeit! Wie Sie Ihre Ungeduld zügeln und bessere Entscheidungen treffen".

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