Arbeitslosigkeit: Lücken im Lebenslauf nehmen zu

03. Januar 2007
 

Die deutsche Wirtschaft ist im Aufschwung, doch die Arbeitslosigkeit bleibt auf hohem Niveau. Immer weniger Arbeitnehmer können einen kontinuierlichen Erwerbsverlauf vorweisen, wie eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt. Um das Jahr 1960 Geborene wurden häufiger und in jüngeren Jahren arbeitslos als 1950 oder 1940 Geborene. Analysiert wurden ausschließlich westdeutsche Erwerbsverläufe.

Rund 60 Prozent der Männer, die 1940 oder 1950 geboren wurden, waren zwischen ihrem 30. und 40. Lebensjahr durchgehend erwerbstätig. Die Erwerbsverläufe der 1960 geborenen Männer sind dagegen weniger stabil: Nur noch die Hälfte von ihnen kann eine durchgängige Beschäftigung zwischen 30 und 40 vorweisen.

Während Arbeitslosigkeit bei den älteren Geburtsjahrgängen in der Regel erst später im Erwerbsverlauf eintrat, trifft sie die jüngeren Jahrgänge deutlich früher. Die Dauer der Arbeitslosigkeit ist zwar bei der Mehrheit der Männer relativ kurz. Sie hat aber aufgrund der sich verschärfenden Lage am Arbeitsmarkt im Laufe der Zeit zugenommen. Immerhin ein Viertel der jüngeren Arbeitnehmer müssen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr eine Erwerbsunterbrechung von mehr als zwei Jahren hinnehmen.

Frauen sind deutlich seltener als Männer über lange Zeiträume hinweg anhaltend beschäftigt. Unabhängig vom Geburtsjahr arbeiteten weniger als 40 Prozent der Frauen ohne Unterbrechung zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Die Ursache dafür liegt vor allem in der Art der Familienplanung: Nach wie vor meistern hauptsächlich die Frauen die Balance zwischen Kindern und Beruf. Dies dürfte auch der Grund dafür sein, dass Frauen laut der neuen Studie im Durchschnitt länger arbeitslos sind als Männer.

Annähernd die Hälfte der Männer und Frauen in jeder Alterskohorte wurde über den gesamten Beobachtungszeitraum von fünf Jahrzehnten nicht arbeitslos. Dabei müsse aber beachtet werden, dass die jüngeren Jahrgänge noch mindestens zehn bis zwanzig Jahre im Erwerbsleben verbringen und um ihren Job bangen müssen, so die IAB-Studie. Quelle: idw

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