Attraktiv? – Männer sind sich einig, Frauen nicht
Männer sind sich in der Regel einig: Diese Frau sieht gut aus – und jene überhaupt nicht. Die Meinungen von Frauen gehen bei der Einschätzung männlicher Attraktivität hingegen auseinander. Was die eine mag, gefällt der anderen noch lange nicht.
So war es auch in der Studie des Psychologen Dustin Wood von der amerikanischen Wake Forest University. Er und sein Team untersuchten nach ihren Angaben zum ersten Mal, ob Männer und Frauen sich in der Einmütigkeit unterscheiden, mit der sie die Attraktivität des anderen Geschlechts bewerten.
Die Wissenschaftler zeigten über 4000 Probandinnen und Probanden Fotos verschiedener Männer beziehungsweise Frauen. Auf einer Skala von eins bis zehn sollten sie die Attraktivität der fotografierten Personen beurteilen. Um bestimmen zu können, welche Eigenschaften am meisten Zuspruch finden, schätzten die Wissenschaftler die Abgebildeten bezüglich mehrerer Merkmale ein – etwa wie selbstsicher, verführerisch, schlank, sensibel, muskulär, stylish oder gepflegt diese wirkten.
Das Ergebnis: Das Urteil der männlichen Probanden gründete hauptsächlich auf den körperlichen Eigenschaften der Frauen. Besonders beliebt waren schlanke und verführerisch aussehende Kandidatinnen. Die meisten Männer fanden zudem Frauen attraktiv, die Selbstsicherheit ausstrahlten.
Die Damen zeigten zwar auch eine gewisse Vorliebe für schlanke – und muskulöse – Männer, waren sich aber insgesamt viel weniger einig als die männlichen Teilnehmer. So stuften manche Frauen auch solche Männer als attraktiv ein, die von anderen als besonders unattraktiv bewertet wurden.
„Die Unterschiede wirken sich auf die Strategien aus, die Frauen und Männer am Partnermarkt einsetzen, und auf die Erfahrungen, die sie dort machen“, sagt Studienleiter Wood. Frauen bräuchten zum Beispiel weniger Wettbewerb um die Männer zu fürchten, die sie attraktiv finden. Männer hingegen müssten unter Umständen mehr Zeit und Mühe investieren, um eine attraktive Partnerin für sich zu gewinnen und dauerhaft zu halten – ist es doch wahrscheinlich, dass andere sie ebenso anziehend finden.
Doch die Erkenntnisse könnten noch weitreichendere Auswirkungen haben, vermutet Wood. „Die Studie erklärt, warum Frauen bezüglich ihres Aussehens stärkeren Normen unterworfen sind als Männer.“ Möglicherweise sei dies auch ein Grund dafür, dass Essstörungen bei ihnen häufiger vorkommen als bei Männern.
Von Anke Römer Quelle: EurekAlert
Neu im Shop
Sex@mour - Jean-Claude Kaufmann
Jean-Claude Kaufmann und Eva Illouz beleuchten den Wandel unseres Liebeslebens. Uneins sind sie in der Frage, ob wir in Zeiten des Internets eine neue Ethik brauchen.
Aboservice
Jahres-, Studenten- oder Geschenkabo: Sie wählen Ihr Abonnement – wir bieten interessante Prämien! Zum Abo-Shop.




