Befreundete Paare festigen die Beziehung

16. Februar 2011
 

Was wären Harry und Sally ohne Dick und Jane, ihr bieder-herzliches Komplementärpaar in der Liebeskomödie von Rob Reimer. Befreundete Paare bereichern und stabilisieren einander, sie sind sich wechselseitig ein Katalysator für Beziehungszufriedenheit. Nach einem anregenden Abend zu viert, bei dem man sich wieder einmal viel zu erzählen hatte, fühlt man sich beschwingt und einander verbunden – nicht nur von Paar zu Paar, sondern auch von Partner zu Partner. Wenn es dazu eines Beweises bedurfte, so wurde er nun erbracht, und zwar auf experimentellem Wege in einem streng kontrollierten Versuchsrahmen.

In seiner Studie mit dem Titel bat der Psychologe Richard Slatcher von der im US-Staat Michigan 60 Paare ins Labor. Jedes von ihnen begegnete dort einem anderen Pärchen, das sie nie zuvor gesehen hatten. Mit denen sollte man sich nun ein wenig unterhalten. Das Thema dieser Gespräche allerdings wurde vom Experimentator vorgegeben. Die Hälfte der Viererrunden hatte die Weisung, sich über wenig gefühlsbeladene Allerweltsfragen auszutauschen – da konnte nicht viel mehr als Smalltalk herauskommen. Den anderen aber wurden Gesprächsthemen vorgegeben, bei denen die vier mehr aus der Reserve gehen und ein wenig von ihrem Innenleben offenlegen mussten. Diese Spontancliquen tauschten sich also auf ähnlich intime Weise aus, wie dies echte Freundespaare tun – weshalb Slatcher diese Paarkonstellation „Wahre-Freunde-Gruppe“ taufte.

Die intensiven Doppelpaargespräche hatten tatsächlich die erwartete Wirkung: Verglichen mit den Smalltalk-Paaren, waren die „wahren Freunde“ nach ihrem Austausch angeregt und beflügelt gestimmt. Sie fühlten sich den beiden, mit denen sie sich so angelegentlich unterhalten hatten, nahe und verbunden. Doch mehr noch: Sie fühlten sich auch ihrem eigenen Partner viel näher als zuvor. „Es war den Partnern, als ob diese Freundschaft einen Funken in ihre eigene Beziehung schlug“, erläutert Slatcher.

Und das sagten diese Paare nicht bloß so daher, weil der Untersucher es hören wollte. Immerhin ein Drittel der „wahren Freunde“ (aber niemand in der Smalltalk-Gruppe) nahm in den Wochen nach der Diskussion von sich aus Kontakt mit dem anderen Paar auf. Vielleicht entwickelten sich hier also wirklich ein paar echte Paarfreundschaften.

Richard Slatcher findet diese Befunde überzeugend genug für einen guten Rat: „Wenn Ihre Partnerschaft in einer Flaute steckt, kann ein netter Abend mit einem anderen Paar frischen Wind bringen.“

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