Wer mag dominante Partner?

06. August 2015
 

Welche Eigenschaften haben Personen, die einen dominanten Menschen zum Partner wählen? Dieser Frage gingen Psychologen von der Universität Konstanz in einer Online-Untersuchung nach. Es zeigte sich: Vor allem solche Personen, die einen aufregenden Alltag brauchen, sogenannte Sensation Seeker, finden dominante Partner attraktiv. Das gleiche gilt für Frauen (nicht für Männer), die einen eher ängstlichen Charakter haben. 

Als Sensation Seeker werden Menschen bezeichnet, die ein hohes Erregungsmuster brauchen, um sich wohl zu fühlen. Sie suchen starke Gefühle und Abenteuer und versuchen auf jeden Fall, Langeweile zu vermeiden. Bungee-Jumping ist ihre Sache, Routine nicht. Auf der anderen Seite stehen Menschen, bei denen Ängstlichkeit – Trait Anxiety – eine hervorstechende Charaktereigenschaft darstellt. Sie machen sich viele Sorgen und sind allgemein angespannt.

Diese beiden Eigenschaften haben die Konstanzer Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen um Gilda Giebel bei ihren 172 Studienteilnehmern und -teilnehmerinnen abgefragt und gleichzeitig untersucht, inwiefern diese Eigenschaften mit der Vorliebe für dominante Partner einhergehen.

Starke Schulter zum Anlehnen

Das Ergebnis war eindeutig: Sensation Seeker, ob männlich oder weiblich, suchen dominante Partner. „Dominante Partner sind für sie attraktiv. Ob sie dabei eher eine kurze Affäre als eine stabile Partnerschaft im Auge haben, muss in einer weiteren Studie untersucht werden“, erläutert Gilda Giebel.

Bei den Personen des ängstlichen Typs ist jedoch nur bei einigen weiblichen Teilnehmern der Wunsch nach einem solchen Lebensgefährten vorhanden. „Wir gehen davon aus, dass diese Personen in einem dominanten Partner eine starke Schulter zum Anlehnen suchen. Als Langzeitpartner gibt er den Weg durchs Leben vor“, sagt Gilda Giebel. Der umgekehrte Effekt, dass sich ängstliche Männer zu dominanten Frauen hingezogen fühlen, konnte nicht beobachtet werden.

Unter den weiblichen Personen, die eher ängstliche Verhaltenseigenschaften aufweisen, identifizierten die Forscherinnen und Forscher allerdings auch Frauen, die ihre Ängstlichkeit durch einen alternativen Lebensweg kompensieren. Diese weibliche Personengruppe sucht keinen Partner, sondern fokussiert ihr Interesse auf Kultur, dem sie aktiv nachgeht. Die Frauen reisen zum Beispiel viel, lesen gerne und widmen sich allgemein der Kunst und Kultur. „Da würde ein Mann, der sehr dominant ist und den Lebensweg dieser Person beeinflusst, nur stören“, vermutet Gilda Giebel. Die einen suchen sich somit einen Partner, der ihnen beisteht, die anderen bauen sich einen eigenen Lebensstil auf.

Quelle: Universität Konstanz via idw

 

Originalstudie:

Gilda Giebel, James Moran, Anne Schawohl, Roland Weierstal: The thrill of loving a dominant partner: Relationships between preference for a dominant mate, sensation seeking, and trait anxiety. Personal Relationships, 22/2, 2015, 275–284
DOI:10.1111/pere.12079

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