Gute Arbeit für guten Lohn

31. Oktober 2011
 

Macht eine Entlohnung auf Leistungsbasis Arbeitnehmer wirklich glücklich? Dieser Frage sind Uwe Jirjahn von der Universität Trier, Thomas Cornelissen vom University College London und John S. Heywood von der University of Wisconsin-Milwaukee in ihrer Studie nachgegangen. Die Antwort ist ein eindeutiges „Ja“. Insbesondere bei überdurchschnittlich produktiven Mitarbeitern steigert eine Leistungsentlohnung die Arbeitszufriedenheit.

Damit treten die Wissenschaftler der in der Personalwirtschaftslehre häufig anzutreffenden Vorstellung entgegen, dass Leistungsentlohnung die „intrinsische Motivation“ von Mitarbeitern untergrabe: Nach dieser Theorie kommt hohe Motivation stets von innen; Leistung sei also Selbstzweck, und jedes Schielen auf die Entlohnung untergrabe sogar den inneren Antrieb.

Diese Vorstellung haben die Forscher aus Trier, London und Milwaukee nun mithilfe ökonometrischer Analyseverfahren widerlegt. Sie gelangten zu dem Ergebnis, dass Arbeitnehmer mit einer Leistungsentlohnung eine höhere Arbeitszufriedenheit aufweisen als Arbeitnehmer, die einen reinen Zeitlohn erhalten. Der positive Effekt ist darauf zurückzuführen, dass eine Leistungsentlohnung insbesondere für überdurchschnittlich produktive Arbeitskräfte attraktiv ist, so dass sich diese Beschäftigten verstärkt auf Stellen bewerben, in denen sie diesen Vorteil ausspielen können: Ihre überdurchschnittliche Produktivität verschafft ihnen auf der Basis der Leistungsentlohnung ein höheres Einkommen, was wiederum die Arbeitszufriedenheit steigert.

Für die Praxis ergibt sich aus diesen Ergebnissen eine Handlungsempfehlung, die Uwe Jirjahn als „Selbstselektionsmechanismus“ beschreibt. Arbeitgeber können Leistungsentlohnung als Instrument einsetzen, um besonders produktive Mitarbeiter zu rekrutieren und zu binden. Arbeitnehmer, die sich auf das Modell einer Leistungsentlohnung einlassen, sind dazu fähig und bereit, durch höhere Produktivität und Engagement ihr Einkommen zu steigern. Weniger produktive Mitarbeiter werden sich selten um leistungsabhängig dotierte Stellen bemühen.

Die Ökonomen nutzten für ihre Studie Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), einer großen repräsentative Haushaltsbefragung in Deutschland.

Quelle: idw
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