Kündigungsgrund Nr. 1: der Chef

29. August 2009
 

Am Chef hängt vieles: Weiß er zu motivieren, steigt das Engagement der Mitarbeiter, verdirbt er die Freude an der Arbeit, vergrault er sein Team nicht selten sogar. Unter der Leitfrage „Wie führt Ihr Chef?“ können die Beschäftigten in einer noch laufenden Onlinebefragung des Projektteams Testentwicklung an der Ruhr-Universität Bochum ins Detail gehen und ihren Chef anonym bewerten. Mehr als 3500 Teilnehmer haben das Angebot bislang genutzt. Das Ergebnis: Nur 20 Prozent der Befragten sind mit ihrem Vorgesetzten zufrieden. Demgegenüber sind 56 Prozent unzufrieden; 23 Prozent geben ihren Chefs sogar die schlechtmöglichste Bewertung.

Diese erhebliche Unzufriedenheit kann nicht mit einer generell pessimistischen Einschätzung erklärt werden: So bewerteten sich 53 Prozent der Befragten als persönlich erfolgreich. Ebenso viele schätzten ihr Unternehmen als erfolgreich ein. Auch hing die erlebte Zufriedenheit mit der Führungskraft nur gering mit der Einschätzung des eigenen Erfolgs oder dem des Unternehmens zusammen.

39 Prozent der Befragten waren mit ihrer Arbeit insgesamt eher unzufrieden (Noten null bis drei auf der Skala); 35 Prozent vergaben eine mittlere Note zwischen vier und sechs, und 27 Prozent waren sehr zufrieden. Die Arbeitszufriedenheit hing stark zusammen mit der Zufriedenheit mit dem Chef. Ob ein Mitarbeiter mit seiner Führungskraft einverstanden war, hing insbesondere von dem gegenseitigen Vertrauen ab, ferner von dem Gespür der Führungskraft für die Stimmung und für die aktuellen Fragestellungen im Team, dem angemessenen Delegieren, Koordinieren und Organisieren fachlicher Aufgaben und dem fairen Verhalten der Führungskraft gegenüber ihren Mitarbeitern.

Die von Patrick Schardien koordinierte Umfrage im Internet läuft weiter (Leitung: Rüdiger Hossiep). Aufgrund der großen Resonanz wurde die Studie um zwei Aspekte erweitert: Zum einen können die Führungskräfte sich selbst anonym einschätzen und erhalten ebenfalls eine kostenfreie Auswertung ihrer Ergebnisse. Dies kann zum Beispiel dazu genutzt werden, bislang vernachlässigte Handlungsfelder zu identifizieren und in Angriff zu nehmen, um den eigenen Führungsstil zu verbessern. Außerdem können jetzt auch Vorgesetzte das Führungsverhalten ihnen direkt unterstellter Führungskräfte einschätzen. Quelle: idw

Diesen Artikel:

Aboservice

Jahres-, Studenten- oder Geschenkabo: Sie wählen Ihr Abonnement – wir bieten interessante Prämien! Zum Abo-Shop.

 

 

Neu im Shop

Das Museum der zerbrochenen Beziehungen

von Olinka Vištica, Dražen Grubišic
Was von der Liebe übrig bleibt - Geschichten und Bilder
Rowohlt, 2018, gebunden, 128 Seiten

15 €inkl. 7% MwSt.