Psychologie studieren – aber wo?

06. November 2009
 

Wer Psychologie studieren möchte, kann die nächstgelegene Universität auswählen und dort bis zum Abschluss bleiben. Wer allerdings nach dem Bachelor einen Mastergrad oder sogar einen Doktortitel anhängen will und die Hoffnung hegt, anschließend in der Forschung Karriere zu machen, sollte nach einem besonders qualifizierten Studiengang an einer renommierten Hochschule Ausschau halten. Hält man sich dabei an das neue Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), dann ist, was den Studiengang Psychologie angeht, innerhalb Deutschlands München und innerhalb Europas Nijmegen die erste Wahl.

Das CHE – eine gemeinnützige Bildungsinitiative der Bertelsmann-Stiftung und der Hochschulrektorenkonferenz – vergleicht seit 2007 europaweit die Qualität von Studiengängen und erstellt „Exzellenzratings“ der Universitäten. Kriterien sind dabei herausragende Leistungen in der Forschung und eine möglichst internationale Ausrichtung des Studiums. Die Beurteilung richtet sich zum Beispiel danach, wie viel die Wissenschaftler an der jeweiligen Hochschule publiziert haben und wie oft sie in Fachbeiträgen anderer Forscher zitiert wurden. Aber auch die Urteile der Studierenden fließen in das Hochschulranking ein.

Nachdem vor zwei Jahren die Fächer Biologie, Chemie, Physik und Mathematik beurteilt worden waren, veröffentlichte das CHE jetzt sein neues Ranking, das die Studiengänge Politikwissenschaft, Volkswirtschaft und Psychologie umfasst. Für jedes der drei Fächer wurde zunächst eine Vorauswahl unter den europäischen Hochschulen getroffen. Je nach Fach kamen dann 20 bis 60 Universitäten in die Endauswahl. „Für diese Hochschulen“, so das CHE, „wurden detaillierte Daten – zum Beispiel bezüglich der Fakultäten, der Master- und Doktorandenprogramme – erhoben und auch Studierende nach einer Beurteilung der Studiensituation gefragt.“

Das Zentrum verglich die Fachbereiche anhand von zehn Kriterien, und für ein herausragendes Abschneiden in jedem Kriterium gab es ein Sternchen. Was den Studiengang Psychologie angeht, sammelte unter den deutschen Hochschulen die Ludwig-Maximilians-Universität München am meisten Sternchen, nämlich sechs.

Die Professoren und Dozenten dort publizierten viel und in angesehenen Zeitschriften und wurden ihrerseits weltweit zitiert. Die Wissenschaftler waren zudem mobil, also waren nicht lebenslang an ein und derselben Hochschule geblieben, sondern hatten gewechselt und Forschungsaufenthalte im Ausland eingelegt. Zudem sind in München sowohl der Lehrkörper als auch Doktoranden und Studentenschaft international zusammengesetzt; der psychologische Fachbereich dort ist also für Studierende und Wissenschaftler aus dem Ausland attraktiv.

Jeweils vier Sternchen erntete das Psychologiestudium an den Universitäten in Jena und Konstanz sowie an der Humboldt-Universität in Berlin. Jena punktete bei der Studiensituation, also im Studentenurteil, sowie bei Mobilität von Dozenten und Studenten und bei den Publikationen. Die Humboldt-Uni zog ebenfalls viele Psychologiestudenten von überall her an und glänzte mit einem internationalen Master-Studiengang und guter Forschung. Die Konstanzer Psychologie beeindruckte ebenfalls mit internationaler Ausrichtung sowie mit zitierenswerten Arbeiten.

Die psychologischen Fachbereiche in Heidelberg, Leipzig, Würzburg und Trier konnten jeweils drei Sternchen sammeln. Zwei Sterne schmücken Marburg und Freiburg.

Im europäischen Vergleich der Psychologiestudiengänge brillierten vor allem die niederländischen Hochschulen, die auch bei deutschen Studentinnen und Studenten sehr beliebt sind. Dort hat eine internationale Ausrichtung des Studiums Tradition. Europäischer Spitzenreiter war Nijmegen, das sieben von zehn möglichen Sternchen erntete. Doch auch Maastricht, Groningen, Amsterdam und Tilburg punkteten hoch, während Leiden immerhin noch auf drei Sterne kam.

Gut schnitten auch die psychologischen Fachbereiche an den britischen Hochschulen ab. Im deutschsprachigen Ausland schaffte es Zürich mit vier Sternen in die Ränge.

Quelle: Centrum für Hochschulentwicklung

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