Streit ums Geld ist Beziehungskiller Nummer eins
Paare sind ständig mit finanziellen Entscheidungen konfrontiert – vor allem, wenn die Partner in einem Haushalt zusammenleben. Wer bezahlt die Reparatur der Waschmaschine? Wer die Stromrechnung? Wie eine Studie aus den USA zeigt, sind es genau diese finanziellen Fragen, die über das Gelingen einer Beziehung entscheiden. Genauer gesagt: Uneinigkeit in Gelddingen erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Trennung.
Herausgefunden hat dies der Soziologe Jeff Dew von der University of Virginia. Er wertete Daten des National Survey of Families and Households aus, einer großen Familienstudie mit über 10.000 Probanden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren insgesamt zweimal befragt worden, einmal in den späten 1980er Jahren und einmal in den frühen 1990er Jahren.
Dew interessierte sich besonders dafür, welche Faktoren eine Trennung vorhersagen können. Er untersuchte sämtliche Anlässe, aufgrund derer sich die teilnehmenden Paare regelmäßig in die Haare bekommen hatten. Darunter waren außer Geld etwa die Verteilung der Hausarbeit, Sex und die gemeinsam verbrachte Zeit. Das Ergebnis war eindeutig: Allein die Auseinandersetzungen ums Geld trieben die Trennungsquote in die Höhe. Häufige Streitereien um die Finanzen und das Gefühl, dass die Ausgaben unfair verteilt sind, ließen die Wahrscheinlichkeit einer Trennung um 70 Prozent ansteigen.
„Dinge wie Hausarbeit und Sex scheinen nicht dieselben wichtigen Fragen aufzuwerfen wie Geld“, sagt Dew. Er vermutet, dass in den Diskussionen ums Finanzielle letztlich verhandelt wird, wer die Entscheidungshoheit in der Beziehung hat.
Das gilt hauptsächlich für Paare, die ohne Trauschein zusammenleben. Wie frühere Studien ergeben haben, stellt Geld für verheiratete Paare ein geringeres Problem dar als für unverheiratete. Fühlen Ehepartner sich bei den gemeinsamen Ausgaben unfair behandelt, steigt die Scheidungsrate zwar auch – aber nur um 25 Prozent.
Das könnte daran liegen, dass unverheiratete Partner finanziell weniger miteinander verflochten sind als verheiratete. Zwischen 75 und 80 Prozent der Ehepaare in den USA legen ihre Einkünfte zusammen – „was größtenteils unkenntlich macht, wer eigentlich für was gezahlt hat“, so Dew. Von den ohne Trauschein zusammenlebenden Paaren machen nur rund 50 Prozent gemeinsame Kasse. Dazu kommt, dass von diesen meist beide Partner arbeiten und dementsprechend daran interessiert sind, die Ausgaben gerecht unter beiden aufzuteilen.
Von Anke Römer Quelle: Newswise
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