Was Teams stark macht

02. März 2017
 

Kooperation und Wettbewerb gehen nicht zusammen, denken viele. Das stimmt nicht, fanden Psychologen jetzt heraus, ganz im Gegenteil. Teams, die beides können, zusammenarbeiten und konkurrieren, sind oft besser.

Arbeitskollegen sind oft Partner und Konkurrenten zugleich – was nach landläufiger Meinung in Konflikte mündet. Allerdings kann sich die Situation auch positiv auswirken, erklären Florian Landkammer und Kai Sassenberg.

In Studien am Tübinger Leibniz-Institut für Wissensmedien konfrontierten die Forscher Probanden mit mehreren Situationen. Einmal standen sie direkt im Wettbewerb, so dass nur der Bessere belohnt wurde. In der zweiten Situation führte ausschließlich die Kooperation zu einem Bonus. In der dritten Variante brachten nur Kooperation und Wettbewerb („Ko-opetition“) eine Belohnung. Anschließend sollten die Teilnehmer Aufgaben lösen, bei denen sie Informationen mit Teamkollegen teilen, verfälschen oder für sich behalten konnten und bei denen sie gemeinsam Brainstorming betreiben mussten.

Das Ergebnis: Die Ko-opetition erzielte die besten Resultate. Sie förderte Kreativität und flexibles Vorgehen. Jeder Teilnehmer wollte für sich der Beste sein, ohne die Leistung des anderen auszuhebeln. Es könnte sich daher auszahlen, neben der Belohnung individueller Leistung auch über einen Teambonus nachzudenken.

 

 

Landkammer, F., & Sassenberg, K., Competing While Cooperating With the Same Others: The Consequences of Conflicting Demands in Co-Opetition. Journal of Experimental Psychology: General, Vol 145(12), Dec 2016, 1670-1686 DOI: 10.1037/xge0000232http://doi.org/10.1037/xge0000232

 

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