Bin ich perfekt?

06. April 2017
 

Perfektionisten streben ständig nach einem Ideal-Selbst. Ihre Gedanken kreisen unablässig darum, dieses zu erreichen. Zudem wollen sie auch in den Augen anderer als stets perfekt gelten. Diese in der psychologischen Forschung oft beschriebenen Eigenschaften von Perfektionisten belegen die kanadische Psychologin Taryn Nepon und ihr Team in drei Studien mit insgesamt 922 Teilnehmern, alle Studierende an Universitäten. Die Autoren sehen in diesem Grübeln einen Schlüsselmechanismus, der helfe zu verstehen, warum Perfektionisten so schwer zufrieden sein können.

Mithilfe verschiedener Perfektionismusskalen wurden die Probanden eingeschätzt und unter anderem gefragt, woran sie in verschiedenen Situationen häufig denken. Bei den Perfektionisten zeigte sich das intensive Streben nach einem idealen Selbstbild für die Bereiche „Studium“, „Freundschaft“ und „Selbstverbesserung“. Außerdem erbrachte eine der Studien eine erste Bestätigung dafür, dass es das intensive gedankliche Kreisen um das Ideal-Selbst ist, welches das Risiko von Perfektionisten erhöht, an Depressionen und Burnout zu erkranken.

SAC / AB

 

Taryn Nepon u.a.: Self-image goals in trait perfectionism and perfectionistic self-presentation: Toward a broader understanding of the drives and motives of perfectionists. Self and Identity, 15/6, 2016. DOI: 10.1080/15298868.2016.1197847 (Abstract)

Dieser Beitrag ist in etwas abgewandelter Form in der aktuellen April-Ausgabe  von Psychologie Heute erschienen, Titelthema "Lebenskunst – Was wir von den alten Philosophen für unseren Alltag lernen können".

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