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Im Schlaf formen Düfte die Erinnerung

Schlaf fördert die Erinnerung. Man geht davon aus, dass während der Tiefschlafphasen unbewusst frisch gelernte Gedächtnisinhalte reaktiviert werden. Erinnerungsschwangere Düfte können diesen Vorgang unterstützten, wie jetzt die Neurowissenschaftler Björn Rasch, Steffen Gais und Jan Born aus Lübeck sowie Christian Büchel aus Hamburg nachgewiesen haben. Sie zeigten, dass man mithilfe von Duftstoffen beim Schläfer Gedächtnisspuren aktivieren und somit Gelerntes fester im Gedächtnis verankern kann.

Man weiß aus Erfahrung – und frühere Studien haben dies bestätigt – dass Düfte eng mit Erinnerungen verknüpft sein können. Ein charakteristischer Geruch kann zahlreiche Assoziationen an frühere Erlebnisse wecken. Für die Experimentalforscher hat der Einsatz von Duftstoffen außerdem den Vorteil, dass sie so gut wie keinen störenden Einfluss auf den Schlaf haben.

In der Untersuchung prägten sich 18 männliche und weibliche Probanden zunächst die Orte von Bilderpaaren in einer computerbasierten Variante des bekannten Memory-Spiels ein. Gleichzeitig wurde ihnen während des Lernens ein Rosenduft dargeboten. Dieser Duft wurde also im Gedächtnis mit dem Memory-Spiel verknüpft. Nach dem Lernen durften die Probanden schlafen. In der Nacht wurde ihnen während des Tiefschlafs erneut Rosenduft verabreicht – oder aber, in den Kontrolldurchgängen, lediglich eine geruchslose Trägersubstanz dargeboten.

Resultat: Nach der nächtlichen Stimulation mit Rosenduft erinnerten die Probanden deutlich mehr Bilderpaare (nämlich 97 Prozent der am Abend zuvor gelernten) als nach der Nacht ohne Duft (86 Prozent). Voraussetzung für diese Wirkung war, dass der Duft tatsächlich mit der Lernsituation assoziiert werden konnte: Wurde in einem Kontrollexperiment der Rosenduft während des Memory-Lernens nicht dargeboten, so hatte Rosenduft im Tiefschlaf keinerlei Effekt auf die Behaltensleistung.

Weitere Kontrollstudien belegten, dass der Duft nur im Tiefschlaf wirksam ist. Die Präsentation des Rosendufts während des traumreichen REM-Schlafs oder während des Wachzustands nach dem Lernen hatte dagegen keinen Einfluss auf die Gedächtnisbildung. Der Effekt funktionierte auch nur beim „deklarativen Gedächtnis“, also dem bewussten Erinnern. Das „prozedurale“ Gedächtnis für motorische Aktionen hingegen (Beispiel: wiederholtes Tippen einer Fingersequenz) profitierte dagegen nicht von der Duftstimulation.

Dies lässt darauf schließen, dass die Düfte den Hippocampus aktivieren, eine Hirnstruktur, die das deklarative, nicht aber das motorische Gedächtnis steuert. Tatsächlich konnten die Wissenschaftler mittels funktioneller Kernspintomographie zeigen, dass die Präsentation des assoziativen Rosenduftes während bei den Probanden zu erhöhter Betriebsamkeit im Hippocampus führte. Diese Aktivierung fiel im Tiefschlaf sogar deutlich stärker aus als im Wachzustand. Während dieser Schlafphase scheint der Hippocampus also besonders empfänglich zu sein für Reize, die Gedächtnisspuren reaktivieren.

13. März 2007
Quelle: idw

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