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Aktienanleger honorieren Verantwortung statt schnellem Profit

Nach dem Hype der auf kurzfristigen Erfolg angelegten „New Economy“ interessieren sich Privatanleger heute eher für sichere oder für langfristig erfolgversprechende Aktien. Dazu zählen beispielsweise Werte der Biotechnologie oder der Solarenergie. Das ist das Ergebnis einer bundesweit repräsentativen Anlegerbefragung, die Infratest dimap im Auftrag der Universität Augsburg durchgeführt hat.

Das zweitwichtigste Kriterium der Privatanleger – Deutsche Bank, bitte herhören! – ist ihr Vertrauen in die Unternehmensleitung. „Nach den Diskussionen über die soziale Verantwortung von Managern gewinnt das Vertrauen in die Unternehmensleitung an Bedeutung. Auch hier wird die langfristige Perspektive gegenüber der kurzfristigen Kursteigerung betont“, kommentiert Projektleiter Professor Frank Brettschneider.

Auf den Plätzen 3 und 4 der Anlagekriterien folgen der voraussichtliche Kursgewinn in den nächsten zwölf Monaten (79 Prozent) sowie die Nachhaltigkeit der hergestellten Produkte oder Dienstleistungen (76 Prozent). Dass ein Unternehmen in Deutschland produziert, ist 64 Prozent der deutschen Kleinaktionäre „sehr wichtig“ oder „eher wichtig“. Die Kursgewinne und die Dividende im letzten Jahr sind für die Anleger deutlich unbedeutender (53 bzw. 54 Prozent). „Was war, ist für die meisten Schnee von gestern. Auf die Zukunft kommt es an“, so Brettschneider. „Unternehmen können sich daher nicht auf ihren Erfolgen in der Vergangenheit ausruhen. Gefragt sind zukunftsträchtige Innovationen.“

Die Privatanleger sind sich bei den Kriterien für eine Kauf- oder Verkaufentscheidung weitgehend einig. Allerdings informieren sie sich aus unterschiedlichen Quellen. Zwei Drittel der Anleger handeln eher selten mit Aktien. Diese Personen mittleren oder höheren Alters betonen überdurchschnittlich oft die langfristige Geldanlage. Sie kaufen Aktien und lassen diese dann im Depot liegen. Dementsprechend suchen sie kaum aktiv nach börsenrelevanten Informationen. Börsennachrichten im Fernsehen und Anlageberater bei Banken sind für sie wichtige Informationsquellen.

Demgegenüber handelt ein Drittel der Privatanleger häufiger mit Aktien. Diese überdurchschnittlich jungen Personen, die oft selbständig sind und über ein hohes Haushaltseinkommen verfügen, sind auch an kurzfristigen Kursgewinnen interessiert. Sie suchen aktiv nach börsenrelevanten Informationen. Dazu nutzen sie in erster Linie die Wirtschaftspresse und Onlineportale im Internet.

22. Februar 2005
Quelle: idw

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