Weibliche Schönheit hängt (auch) von den Sexualhormonen ab: Frauen mit einem hohen Östrogenspiegel werden als hübscher bewertet als ihre Geschlechtsgenossinnen mit weniger Östrogen. Sie wirken nicht nur attraktiver, sondern auch femininer und gesünder. Verantwortlich dafür scheint vor allem das Erscheinungsbild der Haut zu sein.
Zu diesem Ergebnis kamen britische Wissenschaftler um Miriam Law Smith. Sie fotografierten 59 ungeschminkte Frauen zwischen 18 und 25 Jahren, die nicht die Pille einnahmen. Von jeder Frau wurden im Abstand von je einer Woche insgesamt sechs Fotos gemacht. Die Forscher analysierten jedes Mal die Hormonspiegel ihrer „Models“ und wählten schließlich das Bild, das zu dem Termin mit dem höchsten Östrogenspiegel aufgenommen worden war. Dies ist zugleich die Zeit des Eisprungs, also die fruchtbare Phase einer Frau. Außerdem fertigten die Forscher zwei Fotomontagen am PC an: Von den jeweils 10 Frauen mit den höchsten und den niedrigsten Östrogenwerten bildeten sie je ein „Durchschnittsgesicht“.
Die ausgewählten Bilder sowie die beiden Durchschnittsgesichter wurden dann von 14 Männern und 15 Frauen nach Attraktivität, Gesundheit und Weiblichkeit bewertet. Je höher der Östrogenspiegel einer Frau war, desto anziehender, gesünder und weiblicher wurde sie bewertet. Auch das Durchschnittsgesicht der Frauen mit den hohen Östrogenwerten wurde als attraktiver eingeschätzt als das der Frauen mit weniger von diesem Sexualhormon, obwohl beide Fotomontagen sich extrem ähnelten. „Dies zeigt, dass Fruchtbarkeit mit Attraktivität zusammenhängt“, erklärte Law Smith gegenüber dem New Scientist.
Möglicherweise hatten die Frauen mit den höchsten Östrogenspiegeln auch in ihrer Pubertät viel von diesem Sexualhormon, was sich auf die Entwicklung ihres Gesichts auswirkte: auf das Knochenwachstum, die Bildung von Gewebe sowie auf das Erscheinungsbild der Haut. Wie viel Östrogen in der Pubertät produziert wird, ist vor allem erblich. Doch niemand sollte auf die Idee kommen, jungen Mädchen Sexualhormone zu geben, damit sie „hübscher“ werden, warnen die Forscher, denn schließlich könnten die Östrogene auch unerwünschte Nebenwirkungen haben. Außerdem kann man auch einfacher „schöner“ werden: Eine andere Studie zeigte nämlich, dass der Effekt des Östrogenspiegels auf die Attraktivität verschwand, wenn die fotografierten Frauen Make-up benutzten.