Wer wird Millionär?
Muss man Akademiker sein, um in der Quizshow mit Günther Jauch den Hauptgewinn zu erhalten?
Welche Kandidaten der Quizsendung
Wer wird Millionär? mit Günther Jauch sind besonders erfolgreich? Dieser Frage sind die Soziologen Axel Franzen und Sonja Pointner von der Universität Köln nachgegangen. Sie befragten 660 Teilnehmer, die zwischen 1999 und 2007 in der Quizshow aufgetreten sind. Die Kandidaten waren im Jahr ihrer Teilnahme durchschnittlich etwa 41 Jahre alt und Männer unter ihnen leicht überrepräsentiert. Ihr Gewinn betrug im Schnitt rund 48.000 Euro. Sechs Millionengewinner waren unter den Kandidaten: ein Universitätsprofessor, eine Assistenzärztin, zwei Studenten, eine Bürokauffrau und ein Aufzugsmonteur.
Man muss also nicht unbedingt Akademiker sein, um bei Günther Jauch eine Million zu gewinnen. Ein Universitätsabschluss erhöht jedoch die Gewinnchancen, stellten die Wissenschaftler fest. Die Kandidaten waren ohnehin überdurchschnittlich gut ausgebildet: Rund 50 Prozent von ihnen hatten einen Fachhochschul- oder Universitätsabschluss – in der deutschen Bevölkerung beträgt der Anteil noch nicht einmal 20 Prozent.
Für den Spielerfolg ist nicht nur der Bildungsabschluss entscheidend, sondern auch das Lesen von Büchern. Je mehr Bücher die Kandidaten besaßen, desto höher war die Gewinnsumme. Auch wenn sie sich in möglichst vielen Sachgebieten auskannten, hatten sie Vorteile. Darüber hinaus hängt der Erfolg von der Qualität des eingesetzten Telefonjokers ab. Etwa die Hälfte der Telefonjoker war in der Lage, eine richtige Antwort zu geben. 59 Prozent von ihnen hatten einen Universitätsabschluss, weitere 11 Prozent verfügten über einen Fachhochschulabschluss. Ihr Bildungsgrad übertraf damit noch den der Kandidaten. Fazit: Ein Universitätsabschluss und nützliche Kontakte erhöhen die Chance, bei Wer wird Millionär? viel Geld zu gewinnen.
Von Gabriele Kunz
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