Psychologie Heute 3/2015: Vorwärts Leben

Psychologie Heute 3/2015: Vorwärts Leben

Die Scheidung war schrecklich. Eine gute Freundin hat sich als bittere Enttäuschung herausgestellt. Die Eltern sind vieles schuldig
geblieben. Ereignisse wie diese mögen lange zurückliegen, doch oftmals kommt es uns vor, als wären sie erst gestern geschehen. Wenn das der Fall ist, stecken wir emotional in der Vergangenheit fest, und ein dunkler Schatten legt sich auf unsere Zukunft. Wie findet man den Absprung vom Gestern ins Heute? Wie gelingt es, unbelastet von der Vergangenheit in die Zukunft zu starten?

- Vertrauen: Die Hoffnung, dass andere uns nicht linken
- Lesen: Warum wir Gedrucktes brauchen
- Trauma: Inneres Wachstum durch Leid?

Themen in diesem Heft

  • Welche Ursachen haben islamistische Terroranschläge wie jene in Paris? Und was hat die Islamfeindlichkeit von Pegida und Co mit der Werte­erosion in westlichen Gesellschaften zu tun? Der Islam­wissenschaftler und Schriftsteller Stefan Weidner meint: Viele projizieren eigenes Unbehagen auf den Islam und verdrängen, dass es ihnen an spirituellem Sinn mangelt
  • Kinder und Erwachsene verbringen weniger Zeit mit Büchern. Der Abschied vom klassischen Lesen verändert unsere Art zu denken – und hat womöglich Folgen für unsere Entwicklung.
  • Ein Bild auf dem Monitor – etwa ein steigender oder fallender Fesselballon – gibt mir Rückmeldung, in welchem Zustand sich mein Gehirn in diesem Augenblick befindet: Das ist das Prinzip von „Neurofeedback“. Die Methode erlebt einen enormen Aufschwung, etwa in der Therapie von Schlafpro­blemen oder Aufmerksamkeitsstörungen
  • Wann kann man eine Entschuldigung erwarten, wie muss diese ausfallen? Und muss man Übeltätern verzeihen, wann darf man unversöhnlich bleiben? Aus Sicht der Moralphilosophie gibt es auf Fragen zum Thema „Schuld und Sühne“ keine einfachen Antworten, wie Susanne Boshammer, Professorin für praktische Philosophie, aufzeigt
  • Viele Jahre lang konzentrierte sich die psychologische Forschung auf die negativen Auswirkungen erschütternder Erlebnisse. Es gibt jedoch auch Menschen, die aus solchen Krisen gestärkt hervorgehen. Und das sind gar nicht so wenige
  • Je anonymer wir uns fühlen, desto eher sind wir bereit, Dinge zu tun, die wir normalerweise nicht tun würden. Deindividuation heißt das Phänomen, das nicht nur im Hinblick auf Cybermobbing ein Problem ist, sondern auch für die Entwicklung der Debattenkultur
  • Vom Sinn und Unsinn elektronischer Hirntrainer für den Hausgebrauch
  • Einem anderen Menschen Vertrauen zu schenken ist eine ziemlich riskante Angelegenheit. Dennoch vertrauen wir immer wieder – auch Fremden. Und das in zunehmendem Maße. Woher nehmen wir unseren Mut?
  • „Wie konnte er mir das antun?“ „Was habe ich nur falsch gemacht?“ Wenn wir von anderen enttäuscht, betrogen und gekränkt werden, kommen wir oftmals nicht darüber hinweg. Vorwürfe und Selbstanklagen halten die Erinnerung an das Geschehene lebendig und legen einen Schatten auf die Gegenwart. Wie können wir uns befreien?
  • Die Romane von David Safier sind heiter, ja witzig. Es begann mit Mieses Karma, es folgten, um nur zwei zu nennen, Jesus liebt mich und Muh!. Bücher mit einem bemerkenswerten Sinn für gehobenen Blödsinn, die sich viereinhalb Millionen Mal im deutschsprachigen Raum verkauften und in über 20 Sprachen übersetzt wurden. Dann gab es eine Zäsur. David Safier schrieb einen ernsten, spannenden Roman. Dieser spielt 1943 im jüdischen Ghetto von Warschau, als junge polnische Juden den Aufstand gegen die Deutschen wagten. 28 Tage lang, so der Titel, ist aus der Perspektive der 16-jährigen Mira geschrieben. Sie schmuggelt Lebensmittel, um im Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen, als vermutet. Ganze 28 Tage.
  • Diskussionen sind für sie unnützes Gelaber, und ihre Meinungsäußerungen beschränken sich auf Aussagen wie „Ich finde, das geht gar nicht“: Die Politikwissenschaftlerin Christiane Florin erlebt heutige Studierende als angepasst und argumentationsfaul
  • Niemand ist grundsätzlich vertrauenswürdig, sogar uns selbst können wir nicht blind vertrauen. Denn Vertrauenswürdigkeit ist veränderlich und immer abhängig vom Kontext. Ein Gespräch mit dem Psychologen David DeSteno

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