Psychologie Heute 9/2015: Feinfühlig

Psychologie Heute 9/2015: Feinfühlig

Manche Menschen wünschen sich eine andere Welt: Diese hier ist ihnen zu laut, zu grell, zu hektisch. Sie fühlen sich fehl am Platze, halten sich selbst oft für ungesellig oder gar für seltsam. Auf die Frage "Was ist nur mit mir los?" fanden Sie lange keine Antwort. Erst als vor Jahren die Psychologie Elaine Aron die Hochsensibilität entdeckte, wurde klar: Es gibt Menschen, die feinfühliger sind als andere und besonders empfindlich auf Geräusche und andere Reize reagieren. Längere Zeit umstritten, wird das Konzept der Hochsensibilität nun durch neuere Studien bestätigt. Ihre Dünnhäutigkeit ist für die Betroffenen eine Last - aber zugleich auch eine Chance.

- Abstiegsangst: Die Verunsicherung der Mittelschicht
- Zeit: Was macht die Beschleunigung mit uns?
- Lebenswünsche: Träume machen träge
- Ressentiments: Vorurteile? Ich doch nicht!

Themen in diesem Heft

  • „Mündige Patienten“ sollen wir sein. Auch um Klagen vorzubeugen, informieren Ärzte und Psychotherapeuten ihre Klienten umfassend über alle denkbaren Risiken der Therapie und nötigen ihnen Entscheidungen ab. Die Folge: Statt sich dem Helfer anvertrauen zu dürfen, werden die Patienten heillos überfordert
  • Mit negativen Gedanken ans Ziel: Gabriele Oettingen hat mit dem sogenannten WOOP-Ansatz einen Weg entwickelt, Träume auf kluge Weise zu verfolgen
  • Nichts und niemand hat mehr Zeit. Alles muss schnell gehen. Was richtet dieses Leben auf der Überholspur mit uns an? Und wo ist die Bremse, die das Tempo verlangsamen könnte?
  • Immer häufiger ist von der Abstiegsangst der verunsicherten Mittelschicht die Rede. Aber ist diese Angst gerechtfertigt? Der Soziologe Berthold Vogel warnt vor Panikmache, sieht aber durchaus Veränderungen, die Anlass zur Sorge geben
  • Wie gelang es der DDR-Staatssicherheit, Hunderttausende DDR-Bürger zu Spitzeln zu machen? Der Politologe Helmut Müller-Enbergs hat seit 1992 viele Informelle Mitarbeiter und Führungsoffiziere befragt und auch die Rolle der Psychologie im Dienste der Staatssicherheit durchleuchtet
  • Die Psychologin Sandra Konrad forscht an der Helmut-Schmidt-Universität  Universität der Bundeswehr Hamburg zum Thema Hochsensibilität. Wie schätzt sie das Phänomen ein?
  • Über Nacht werden wir gescheiter: In den tiefen Schlafphasen wird das, was wir uns tagsüber eingeprägt haben, im Gehirn noch einmal aktiv verarbeitet: Abends brüten wir über einem Problem, und morgens sind wir der Lösung näher. – Ein Gespräch mit dem Psychologen Jan Born, der mit seinem Team die nächtliche Gedächtnis- und Denkarbeit erforscht hat – und wie sie sich mit Düften und Tönen steigern lässt
  • Frauen gelten heute als gleichberechtigt. Homosexuelle werden nicht länger als „krank“ bezeichnet, und ein Schwarzer kann amerikanischer Präsident werden. Sexismus, Rassismus und Heterosexismus sind deshalb aber nicht verschwunden. Sie äußern sich nur in verdeckter Form
  • Eigentlich haben alle gesunden Menschen von Natur aus die Fähigkeit, intuitiv richtig mit einem Säugling umzugehen. Trotzdem finden Eltern und Kind manchmal nicht gleich zueinander. Was tun, wenn das Baby nicht aufhört zu schreien, schlecht schläft oder nicht isst? Ein Besuch in der Sprechstunde für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern in Heidelberg

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