Arbeiten nach einem Burnout

Dossier Beruf & Leben: Immer mehr Menschen erleben eine Erschöpfungskrise, die sie zur Auszeit zwingt. Was schützt uns vor einem Rückfall?

Arbeiten nach dem Burnout

Immer mehr Menschen erleben eine Erschöpfungskrise, die sie zur Auszeit zwingt. Wenn die Kräfte zurückkehren, wollen die meisten wieder arbeiten – und geraten schnell an ihre Grenzen. Was schützt wirklich vor einem Rückfall?

Eine gute Woche sieht für Edgar Rodehack so aus: An drei Tagen läuft der Organisationsberater morgens durch den Park, bevor er sich gegen 9.30 Uhr an den Schreibtisch setzt und seine E-Mails checkt. Er nimmt sich täglich 15 Minuten Zeit zum Meditieren. Und Freitagabend probt er mit der Folkband, in der er Gitarre spielt und singt. Was wie ein lässiger Arbeitsstil klingt, ist für den 44-Jährigen lebenswichtig. „Wenn ich einige Wochen nicht laufe und mir keine Zeit für innere Einkehr nehme, kommt die große Müdigkeit zurück“, sagt der verheiratete Vater von drei Kindern.

Vor sechs Jahren erlebte Rodehack, damals noch Abteilungsleiter in einer großen Verlagsgruppe, einen Zusammenbruch. Diagnose: Burnout und eine mittelschwere Depression. Vier Wochen verbrachte er in einer psychosomatischen Klinik. „Danach fühlte ich mich besser, aber noch lange nicht gesund.“ Und es kam noch schlimmer: Sein Vorgesetzter verwehrte ihm die Rückkehr an den Arbeitsplatz; Rodehack rutschte noch tiefer in die Depression. Erst nach einem Jahr Auszeit fühlte er sich fit genug, um wieder zu arbeiten – und machte sich selbständig.

Wie häufig der Zustand, wie Rodehack ihn beschreibt, in der Bevölkerung auftritt, ist schwierig zu bestimmen. In einer 2016 veröffentlichten Studie des Robert-Koch-Instituts berichteten 4,2 Prozent der Teilnehmer einer repräsentativen Befragung, dass bei ihnen schon einmal ein Burnout...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 4/2017: Lebenskunst
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