Der achtlose Umgang mit der Achtsamkeit

Achtsamkeit ist angesagt. Kaum ein Ratgeber kommt ohne Verweis darauf aus, immer neue Trainingsmethoden entstehen, und selbst aus der Psychologie ist das Thema nicht mehr wegzudenken. Aber: Hat das alles noch einen Bezug zur Grundidee des Konzeptes?

Der achtlose Umgang mit der Achtsamkeit

Achtsamkeit ist angesagt. Kaum ein Ratgeber kommt ohne Verweis darauf aus, immer neue Trainingsmethoden entstehen, und selbst aus der Psychologie ist das Thema nicht mehr wegzudenken. Aber: Hat das alles noch einen Bezug zur Grundidee des Konzeptes?

Eigentlich begann die Karriere der Achtsamkeit recht unspektakulär irgendwann in den 1970er Jahren. Ein amerikanischer Molekularbiologe kehrte damals nach längeren Meditationsseminaren in Asien in seine Klinik zurück und überlegte, wie er auch seine Patienten an die gelernten Methoden heranführen könnte. Was er als hilfreich erlebt hatte, würde möglicherweise auch ihnen helfen, mit Stress und psychosomatischen Erkrankungen besser zurechtzukommen, so sein Gedanke.

Da er der Meinung war, dass sich seine Patienten wohl eher nicht tagelang auf Meditationskissen setzen würden, entwickelte er ein recht überschaubares Programm über acht Wochen, das vor allem aus Elementen der Vipassana-Meditation, Hatha-Yoga und Bewusstheitsübungen bestand. Mit den Teilnehmenden vereinbarte er ein wöchentliches Treffen und ermunterte sie, zwischen den Terminen täglich sogenannte Achtsamkeitsübungen zu praktizieren. Seine Methode nannte er akademisch-trocken MBSR – mindfulness-based stress reduction, zu Deutsch: achtsamkeitsbasierte Stressreduktion.

Lange Zeit, so erzählt Jon Kabat-Zinn, von dem hier die Rede ist, habe diese, seine erste Gruppe etwa in dem Rhythmus Nachwuchs bekommen, wie er bei Elefanten üblich ist: Alle paar Jahre wurde irgendwo ein weiteres MBSR-Training angeboten. Doch dann geschah das Unerwartete: Eines Tages...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 1/2016: Ausgebrannt
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