Das lange Warten

​Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer, über Ursachen und Folgen der langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz ​

Das Foto zeigt einen Mann im Gespräch mit einem Psychotherapeuten.
​Die lange Wartezeit auf eine Therapie birgt die Gefahr, dass das Leiden sich verschlimmert © Plainpicture

Was es an Überbrückungsmöglichkeiten gibt, das ist Thema der psychotherapeutischen Sprechstunde. Sie hat den Charakter einer Clearingstelle: Neben der Diagnosestellung wird der Patient vom Therapeuten ausführlich über die besten Behandlungsmöglichkeiten und nächsten Schritte beraten.

Viele Menschen fragen sich, ob es heute mehr psychische Erkrankungen gibt als früher, da die Behandlungsquote in den letzten Jahren gestiegen ist. Was weiß man darüber?

Eine ganze Reihe von Studien belegt, dass die Häufigkeit von psychischen Störungen nicht zugenommen hat. Außer bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, hier gibt es Hinweise, dass sie heute früher an Depressionen erkranken als noch vor 20 Jahren. Was sich jedoch deutlich verändert hat, ist die Entstigmatisierung psychisch kranker Menschen. Betroffene haben heute weniger Angst, sich Hilfe zu holen. Und zwar nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Land. Das ist ein wichtiger Trend, denn es geht schließlich um Erkrankungen, bei denen eine Behandlung nicht vor sich hergeschoben werden sollte.

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 11/2018: Manipulation durchschauen
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