Igittigitt!

Psychologie nach Zahlen: 6 alltägliche Auslöser von Ekel.

Die Illustration zeigt eine Frau, umgeben von ekelerregenden Dingen wie einem vergammelten Apfel oder einer Ratte
Vorsicht Ansteckungsgefahr: Wir ekeln uns vor allem, was infektiös sein könnte © Till Hafenbrak

Erstaunlicherweise rufen nicht nur sichtbare Indizien sexueller Infektion, sondern bisweilen bereits „Verhaltensweisen, die promiskuitive sexuelle Aktivitäten betreffen“, Ekelreaktionen hervor – auch wenn diese vergleichsweise schwach ausfallen, bei den weiblichen Teilnehmern allerdings wiederum stärker als bei den Männern. Beispiele: „Sie hören von einer Frau, die am selben Tag Sex mit sieben Personen hatte.“ „Eine Straßenprostituierte bietet Ihnen Sex für Geld an.“ „Direkt nachdem Sie jemand kennengelernt haben, kommt es zum Sex in Ihrer Wohnung.“ „Sie stellen fest, dass Ihr Lebenspartner bezahlten Sex hatte.“ Bei solchen eher riskanten Sexpraktiken spielt wohl ebenfalls die Angst vor Ansteckung eine ekelvermittelnde Rolle. Womöglich ist hier aber auch moralische Abwertung mit im Spiel. Denn Ekel und soziale Ächtung hängen evolutionär zusammen, wie die Autoren vermuten: „Ein System, das einen veranlasst, sich von Artgenossen fernzuhalten, die eine potenzielle Quelle von Infektionen sind, könnte auch dazu eingespannt werden, sich von denen zu distanzieren, die soziale Verstöße begehen.“

Val Curtis, Mícheál de Barra: The structure and function of pathogen disgust. Philosophical Transactions of the Royal Society B, 373/1751, 2018. DOI: 10.1098/rstb.2017.0208

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 8/2019: Paare im Stress
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