Schon in Ordnung!

Im Kleiderschrank herrscht Chaos. Auf dem Schreibtisch stapeln sich Papiere und Akten. Zeit, endlich mal wieder Ordnung zu schaffen? Nicht unbedingt. Denn Experten haben gute Gründe für das Durcheinander gefunden

Schon in Ordnung!

Im Kleiderschrank herrscht Chaos. Auf dem Schreibtisch stapeln sich Papiere und Akten. Zeit, endlich mal wieder Ordnung zu schaffen? Nicht unbedingt. Denn Experten haben gute Gründe für das Durcheinander gefunden

Wer bei Amazon das Stichwort „Ordnung“ in die Büchersuche eingibt, bekommt eine ganze Reihe von Ratgebern angeboten, die unser Leben verändern, uns glücklich machen und uns einen Effizienzvorsprung bescheren sollen. Unordnung, so scheint es, ist ein Problem, das vielen zu schaffen macht. Sie gilt als Arbeits- und Erfolgshemmnis, irgendwie schmuddelig, fast unmoralisch. Sechs von zehn Menschen denken schlecht von Personen, die unordentlich oder unorganisiert sind. Sieben von zehn haben eine ausgesprochen positive Einstellung ordnungsliebenden Mitmenschen gegenüber. Zwei Drittel schließlich empfinden Schuld oder Scham wegen der eigenen Schludrigkeit. Das erfuhren der Managementexperte Eric Abrahamson von der Columbia University in New York und der Journalist David Freedman, als sie für ihr Buch Das perfekte Chaos. Warum unordentliche Menschen glücklicher und effizienter sind 260 Personen befragten.

Warum löst Unordnung diese Empfindungen aus? Delphine Dion von der ESSEC Business School und ihre Koautorinnen nennen in einer Veröffentlichung zwei Gründe: Der erste ist echter oder vermeintlicher sozialer Druck. Das heißt, wir fürchten, einen schlechten Eindruck zu machen. Der zweite Grund sind eigene „Glaubenssysteme“. Sprich: Wir fühlen uns nicht wohl in einer unordentlichen Umgebung, weil wir sie mit Stress und einer schlechteren Lebensqualität verbinden. Eine Ursache, so die französischen Wissenschaftlerinnen, sind Bilder des idealen Heims in den Medien und der Werbung.

Unordnung hat ein schlechtes Image, und das führt dazu, dass wir – auch wenn wir nicht zu den ordentlichsten Menschen gehören – uns immer und immer wieder um Struktur und Ordnung in unseren Schubladen, auf unseren Schreibtischen, in unseren Kleiderschränken bemühen. Dass wir es damit nicht...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 2/2017: Schon in Ordnung
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