Wieso? Weshalb? Warum?

Kleine Kinder fragen Erwachsenen Löcher in den Bauch. Erwachsene dagegen scheuen sich oft, anderen zu viele Fragen zu stellen. Dabei kann, wer richtig fragt, Probleme besser lösen, fundiertere Entscheidungen treffen und befriedigendere Beziehungen führen

Wieso? Weshalb? Warum?

Kleine Kinder fragen Erwachsenen Löcher in den Bauch. Erwachsene dagegen scheuen sich oft, anderen zu viele Fragen zu stellen. Dabei kann, wer richtig fragt, Probleme besser lösen, fundiertere Entscheidungen treffen und befriedigendere Beziehungen führen

Das wichtige Finanzexamen war nur noch ein paar Tage entfernt, und Peter hatte sich zum Lernen ins Büro im Untergeschoss zurückgezogen. Er war gerade mitten in der Arbeit, als seine sechsjährige Tochter plötzlich im Türrahmen stand. „Ich dachte, ich hätte dir gesagt, dass du mich nicht stören sollst“, sagte er verärgert zu ihr. Die Kleine brach in Tränen aus und lief zur Mutter, die ihm später heftige Vorhaltungen machte: Am nächsten Morgen schimpfte seine Frau, dass er die Tochter völlig aus der Fassung gebracht habe. Er verteidigte sich vehement, bis sie ihn unterbrach und sagte: „Ich habe sie zu dir geschickt, damit sie dir gute Nacht sagt. Warum hast du sie angeschrien, anstatt sie zu fragen, warum sie gekommen war?“

Wenn wir andere vor den Kopf stoßen, ein Gespräch im Streit endet oder wir uns mit einem kreativen Projekt im Kreis drehen, liegt es oft daran, dass wir nicht genug oder die falschen Fragen stellen. Kleine Kinder sind unerbittliche Frager, wie jeder Vater und jede Mutter weiß. Viele Erwachsene dagegen haben verlernt zu fragen; sie geben lieber Erklärungen ab. Dabei sei das Fragen ein grundlegender und wichtiger Aspekt in menschlichen Beziehungen, schreibt der Organisationspsychologe Edgar Schein, aus dessen Buch Humble Inquiry (Vorurteilsfreies Fragen) das obige Beispiel stammt.

Zugegeben, richtig zu fragen ist nicht leicht. Therapeuten, Journalisten und andere professionelle Frager verbringen oft Jahre damit, es zu erlernen. Die meisten Menschen allerdings, so Schein, hätten noch nie darüber nachgedacht, wie man strategisch Fragen stellt und sie als wirkungsvolles...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 10/2017: Narzissten
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