„Weniger vergleichen, mehr Spaß haben!“

Ein Großteil unseres Unglücklichseins liegt daran, dass wir glauben, nach mehr streben zu müssen. Glücklich ist, wer erkennt, dass er bereits genug von allem besitzt, was er zu einem zufriedenen Leben braucht, meint der Glücksforscher Raj Raghunathan

„Weniger vergleichen, mehr Spaß haben!“

Ein Großteil unseres Unglücklichseins liegt daran, dass wir glauben, nach mehr streben zu müssen. Glücklich ist, wer erkennt, dass er bereits genug von allem besitzt, was er zu einem zufriedenen Leben braucht, meint der Glücksforscher Raj Raghunathan

Herr Raghunathan, was macht uns glücklich?

Die Frage aller Fragen! Bisher kamen Antworten dazu vor allem von religiösen oder spirituellen Quellen oder von der Großelterngeneration. Sicherlich sind viele dieser Antworten gut, aber vor allem intelligente Menschen, die Lebensfragen eher mit dem Verstand angehen, lassen sich ungern einfach so von Weisheiten irgendwelcher Erleuchteter überzeugen. Glücklicherweise gibt es mittlerweile viele wissenschaftliche Studien, die spirituelle und religiöse Argumente bestätigen, das ist sehr spannend! Unsere Untersuchungen zeigen, dass es vor allem auf die richtige Geisteshaltung ankommt.

Die wäre?

Es gibt zwei Mentalitäten, mit denen man sich durchs Leben bewegen kann: Eine basiert auf der Annahme von Überfluss, die andere geht von Mangel aus. Leider finden die meisten von uns, dass sie nicht genug haben und deshalb unglücklich sind. Darum suchen wir nach Ruhm, Vergnügen, Genuss und diesem und jenem. Besser ist, das Leben im Vertrauen darauf anzugehen, dass wir bereits genug von allem besitzen, was wir zum Glücklichsein brauchen. Gesetzt den Fall, dass unsere Grundbedürfnisse erfüllt sind, ist wissenschaftlich gut belegt, dass das größte Potenzial für Glück vor allem in drei Bereichen liegt: erstens in einem Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit, zweitens in guten sozialen Beziehungen mit einem starken Zugehörigkeitsempfinden und drittens in dem Gefühl, eine Sache sehr gut zu beherrschen. Diesem letztgenannten Ziel messen die meisten Menschen viel Wert bei. Aber wie finden wir denn beispielsweise heraus, ob wir der beste Anwalt auf Erden sind? Wenn wir Fälle gewinnen, man uns viel Geld für unsere Arbeit bezahlt oder wir hohes Ansehen genießen. Das sind die Belohnungen, nach denen wir aus sind, weil wir an diesen Maßstäben leicht messen können, wie gut wir in unserem Metier sind.

Dann müssten sie uns doch glücklich machen!

Wir wollen wissen, dass wir gut sind, aber glücklich werden wir nur, wenn wir mit der richtigen Geisteshaltung zu diesem Schluss kommen. Natürlich fühlen sich Anerkennung, Lob, eine Gehaltserhöhung oder Beförderung gut an. Sie sind eindeutige...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 9/2016: Ich und glücklich?
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