„Die letzte Angst schwindet mit dem Tun“

Mit fünf Jahren stieg Reinhold Messner zum ersten Mal auf einen Berg. Inzwischen hat der 72-Jährige alle 14 Achttausender bezwungen. Dabei hat er viel gelernt über Angst und Mut, über das Scheitern und Weitermachen – und über das, was wirklich glücklich macht

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„Die letzte Angst schwindet mit dem Tun“

Reinhold Messner hat sein Leben wie kaum ein anderer dem Bergsteigen gewidmet. Ein Gespräch über den Umgang mit Herausforderungen, das Glück des Zurückkehrens und die Macht der Naturt

Herr Messner, viele Menschen testen heute ihre Grenzen aus, in Hochseilgärten, beim Bungeespringen. Wie bewerten Sie die Bedürfnisse dieser Menschen?

Ich verstehe es, aber es ist Selbstbetrug. Es ist kein Austesten von Grenzen, es ist eine Suche nach Sicherheit, aus der die Leute Kinderspiele machen. Das ist auch richtig. Was sollen die Menschen, die aus der Stadt kommen, in eine große Wand einsteigen? Das wäre viel zu gefährlich.

Aber das richtige Abenteuer findet dort statt, wo keine Infrastrukturen sind. Also kein Bungeeseil, kein Hochseilgarten. Dort, wo der Mensch freiwillig in einen Gefahrenraum hineingeht, da ist ein archaischer Raum. Wir Bergsteiger gehen streckenweise in diesen Raum hinein, in diesen gefährlichen, schwierigen, archaischen Raum. Und wir leben da drinnen nach anarchischen Mustern. Das ist ganz wichtig. Da gibt es keinen Richter, der hat dort nichts verloren.

Können Sie die anarchischen Muster noch ein bisschen erläutern?

In einer Bergsteigergruppe hat niemand Macht. Anarchie heißt da: keine Macht für niemand.

Aber in jeder Gruppe, in der alle das gleiche Ziel verfolgen, kristallisiert sich doch einer heraus, der – vielleicht aufgrund größerer Kompetenz – die Richtung vorgibt.

Natürlich wird, wenn wir im Berg zu fünft agieren, ein Leadership vergeben. Diese Vergabe erfolgt instinktiv. Und zwar...

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