Abenteuer Natur

Sie laufen Ultramarathons, durchqueren zu Fuß die Sahara und klettern auf den Mount Everest: Extremsportler werden bewundert, aber auch skeptisch beäugt. Was treibt diese Menschen an? Und können wir von ihnen etwas lernen?

©

Abenteuer Natur

Extremsportler begreifen die Natur als Herausforderung, als Möglichkeit des Kräftemessens – mit der Umgebung und den eigenen Fähigkeiten. Was treibt sie an? Was können wir von ihnen lernen?

Norman Bücher rennt und rennt. Drei Viertel der Tour hat er noch vor sich. Rund um den Montblanc will er laufen. Das bedeutet nicht nur 166 Kilometer Strecke, sondern auch 9400 Höhenmeter, joggend und kletternd, oft stolpernd, bei Tag und Nacht, ohne Hilfsgerät. Nach 42 Stunden und 30 Minuten ist der Karlsruher Extremsportler im Ziel. Mehr als tausend Läufer waren schneller als er, doch die Hälfte aller Teilnehmer kommt gar nicht an. Bücher hat also nicht gewonnen, aber einen persönlichen Triumph erlebt. Für ihn wieder ein Beleg für sein Lebensmotto: „Wenn du willst, kannst du jeden Tag etwas mehr leisten, als du es in Wirklichkeit tust.“

Der 40-Jährige gehört zum Heer der Extremsportler, das weltweit und auch in Deutschland immer größer wird. Menschen wie er suchen das große Abenteuer in der Natur – ein Kräftemessen in zweierlei Hinsicht: mit einer oft unwirtlichen Umgebung und mit sich selbst. Allein 30  000 Läufer hierzulande versuchen sich regelmäßig an einem Ultramarathon jenseits der klassischen 42-Kilometer-Distanz. 1000 Teilnehmer jährlich hat der 240 Kilometer lange Marathon des Sables quer durch die Sahara, etwas weniger als der Decatriathlon in der mexikanischen „Hölle von Monterrey“ mit 38 Kilometer Schwimmen, 1800 Kilometer Radfahren und 422 Kilometer Laufen. Der Mount Everest sieht sich jährlich mehr als 500 Bergsteigern gegenüber. Base-Jumper springen mit Fallschirmen von Bergen und Klippen. Freiwasserschwimmer durchpflügen Seen und Meerespassagen. Frei- oder Apnoetaucher versuchen, ohne Atemgerät möglichst lang, tief oder weit zu tauchen. Big-Wave-Surfer sind auf der Suche nach der maximalen Welle. Es gibt Extremsegler, -ruderer, -läufer und so weiter. Auch sie suchen die Begegnung mit der Natur – aber auf ganz andere Weise als die meisten anderen Menschen.

Solche Sportler werden bewundert für ihre Kraft, andererseits sieht man sie als Adrenalinjunkies, denen nicht selten psychische Auffälligkeiten wie Todessehnsucht, Narzissmus, Masochismus und Psychopathie als Triebkraft unterstellt werden. Dabei sind sie nach wissenschaftlichen Erkenntnissen...

Den kompletten Artikel können Sie bei uns kaufen oder freischalten.

file_download print

News

Leben
Welche Tipps würden Sie ihrem jüngeren Selbst geben? Eine Studie zeigt, was Menschen im Rückblick bewegt und was vor Reue schützt.
Beziehung
Toxische Beziehungen: Wie Partner von Narzissten deren Strategien nachahmen
Gesundheit
Warum fühlt es sich so erleichternd an, wenn man Tränen vergießt? Australische Forscher haben eine biologische Erklärung gefunden.