Einsicht ins Ich

Menschenkenntnis ist eine zentrale Fähigkeit im täglichen Miteinander. Der Umgang mit anderen fällt leichter, wenn man ihr Temperament, ihre Motive und Vorlieben erkennt. Noch wichtiger ist, sich selbst richtig einzuschätzen. Menschen sind darin unterschiedlich talentiert. „Persönlichkeitsintelligenz“ nennt der Psychologe John Mayer diese Begabung

Einsicht ins Ich

Menschenkenntnis ist eine zentrale Fähigkeit im täglichen Miteinander. Der Umgang mit anderen fällt leichter, wenn man ihr Temperament, ihre Motive und Vorlieben erkennt. Noch wichtiger ist, sich selbst richtig einzuschätzen. Menschen sind darin unterschiedlich talentiert. „Persönlichkeitsintelligenz“ nennt der Psychologe John Mayer diese Begabung

Es könnte sein, dass wir gerade die Geburt der nächsten Intelligenz erleben. Oder genauer: die Entdeckung einer bisher unbekannten Form der menschlichen Intelligenz. Vielleicht aber auch nicht. „Noch ist es nur eine Theorie“, sagt selbst John Mayer, der „Erfinder“ des neuen Konzepts. Mayer, Psychologieprofessor an der University of New Hampshire, kennt sich aus mit neuen Intelligenzen. Zusammen mit seinem Kollegen Peter Salovey hat er bereits Anfang der 1990er Jahre ein Konzept geprägt, das heute jeder kennt und das dennoch nie einen zweifelsfreien wissenschaftlichen Durchbruch erlebt hat: die „emotionale Intelligenz“, also die Fähigkeit, Emotionen zu nutzen, um vernünftige Entscheidungen zu treffen (siehe Heft 11/15.

Nun legt Mayer nach, mit einer Intelligenz, die seines Glaubens „weitaus umfassender ist als die emotionale Intelligenz“. Er nennt sie „Persönlichkeitsintelligenz“ (personal intelligence). „Wir können gar nicht anders, als Leute zu beobachten“, meint Mayer. Auch und gerade, weil wir etwas über die Persönlichkeit der Mitmenschen wissen wollen. Doch Menschen beherrschen dies unterschiedlich gut. „Menschen, die mit dieser Intelligenz besonders reich ausgestattet sind, verstehen ihre eigenen Persönlichkeitsmerkmale ganz ausgezeichnet“, sagt er. „Dies hilft ihnen, die Persönlichkeit anderer Menschen besser zu lesen.“ Diese Fähigkeit mache ihnen vieles im Leben leichter.

Vermutlich weil damals die emotionale Intelligenz und ihre Wirkung durch ein Buch des Journalisten Daniel Goleman „vollkommen überzogen“ dargestellt wurde, wie Mayer noch heute findet, hat er die Dinge jetzt selbst in die Hand genommen. Auf gut 200 Seiten schildert er detailliert, was er...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 12/2015: Zum Glück allein
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