„Ich habe früher ganz oft ,ich muss‘ gesagt“

Wir setzen uns durch die Art, wie wir reden, unnötig unter Druck, meint die Sprachwissen­schaftlerin Mechthild von Scheurl-Defersdorf. Sie ist überzeugt: Schon kleine sprachliche Änderungen können großen Einfluss haben

„Ich habe früher ganz oft ,ich muss‘ gesagt“

Wir setzen uns durch die Art, wie wir reden, unnötig unter Druck, meint die Sprachwissen­schaftlerin Mechthild von Scheurl-Defersdorf. Sie ist überzeugt: Schon kleine sprachliche Änderungen können großen Einfluss haben

Frau von Scheurl-Defersdorf, einen Satz wie „Ich mach mal schnell das Fenster zu“ sagen wir leicht, ohne nachzudenken. Was fällt Ihnen daran auf?

Er scheint auf den ersten Blick völlig normal zu sein, ganz gewöhnlich. Aber durch das Wort „schnell“ wirkt der Sprecher hektisch und je nach Situation oberflächlich. Wenn jemand manchmal „schnell“ sagt, wenn es passt, ist das in Ordnung. Doch wenn jemand das inflationär tut, macht ihm das auf Dauer Druck und beschleunigt ihn. Dann hängt er „schnell“ die Wäsche auf, fährt „schnell“ ins Büro, hat noch „schnell“ ein Gespräch zu führen. Mich interessiert die Wirkung der eigenen Sprache auf die Persönlichkeit, die eigene Ausstrahlung und natürlich auch auf die Kommunikation, die jemand führt.

Wir sagen „schnell“ ja aber auch im Sinne von „Ich will dich nicht lange aufhalten“. Das hat also viel mit Höflichkeit zu tun.

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 7/2015: Moment mal!
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