Berufstätige Mütter: Schluss mit dem schlechten Gewissen!

Eine gute Mutter bleibt zu Hause. Soweit das Vorurteil. Tatsächlich jedoch tut es Kinden gut, wenn ihre Mütter arbeiten– auf mehreren Ebenen.

Berufstätige Mütter: Schluss mit dem schlechten Gewissen!

Für Kinder sei es besser, wenn Mütter nicht oder erst möglichst spät und wenig arbeiten gehen – diese Meinung ist weit verbreitet. Neuere Forschungen zeigen dagegen: Kinder berufstätiger Mütter bringen bessere Leistungen in der Schule – und nicht nur das

Kinder profitieren davon, wenn Mütter zu Hause bleiben und sich rund um die Uhr um sie kümmern, davon sind nach wie vor viele überzeugt. Die ehemalige ARD-Moderatorin Eva Herman erntete mit dieser These neben Widerspruch durchaus auch Zustimmung. Und auch abseits des öffentlichen Skandals, den ihr erzkonservatives Frauenbild auslöste, werden Schreckensszenarien von Familien an die Wand gemalt, die angesichts mütterlicher Berufstätigkeit zerfallen.

Haben Kinder tatsächlich Nachteile, wenn ihre Mütter einem Job nachgehen? Diese Befürchtung hält sich hartnäckig und ist möglicherweise auch ein Grund dafür, dass deutsche Mütter im europäischen Vergleich nicht gerade häufig eine eigene berufliche Karriere verfolgen. Schon ein kurzer Blick auf die Zahlen des Statistischen Bundesamtes offenbart nämlich: Nur rund 60 Prozent der Mütter in Deutschland sind berufstätig, unabhängig davon, ob sie allein erziehen oder gemeinsam mit einem Partner. Familienerhebungen zeigen außerdem, dass bei den 30-jährigen Frauen dieser Anteil bei nur 45 Prozent liegt, und unter den jungen Müttern mit Kleinkindern im Krippenalter geht nicht einmal jede Dritte arbeiten. Überdies nimmt die mütterliche Berufstätigkeit mit steigender Kinderzahl ab. Zum Vergleich: In Schweden mit seiner vorbildlichen Familienpolitik sind – unabhängig von der Kinderzahl – etwa 80 Prozent aller Mütter berufstätig. Die Eltern können sich dort auf ein flächendeckendes Angebot von Betreuungseinrichtungen verlassen, niemand stört sich an arbeitenden Frauen. Auch die Teilzeitquote ist wesentlich geringer als bei uns: Die meisten Mütter arbeiten in Vollzeit, in Deutschland dagegen rund 70 Prozent in Teilzeitjobs. Mit steigender Kinderzahl steigt auch diese Quote stark an. Väter übrigens arbeiten hierzulande gerade einmal zu fünf Prozent in Teilzeitbeschäftigungen.

Deutsche Skepsis gegenüber arbeitenden Müttern

Una Röhr-Sendlmeier hat die typisch deutschen Vorurteile gegenüber arbeitenden Müttern selbst erlebt. Anfang der 1990er Jahre, als junge Psychologieprofessorin und schwanger, reizte das vor allem die männlichen Kollegen zu unverhohlener...

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