„Auch Muslime haben eine Verantwortung“

Der Niederländer Ruud Koopmans erforscht Zuwanderung und Integration, vor allem unter Muslimen. Die Ergebnisse seiner Studien beglücken rechte Populisten – liberale und weltoffene Menschen dagegen lehnen sie instinktiv ab

„Auch Muslime haben eine Verantwortung“

Der Niederländer Ruud Koopmans erforscht Zuwanderung und Integration, vor allem unter Muslimen. Die Ergebnisse seiner Studien beglücken rechte Populisten – liberale und weltoffene Menschen dagegen lehnen sie instinktiv ab

Herr Koopmans, der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders hat auf einer Pegida-Veranstaltung Ihre Studienergebnisse zitiert.

Es ist manchmal so, dass die Falschen meine Ergebnisse für ihre Belange nutzen. Das ist schwierig, das will ich nicht verheimlichen. Aber ich habe nun mal Befunde, die, wenn sie von demokratischen Politikern aus der Mitte und der zivilisierten Ecke ignoriert werden, einseitig von den falschen Leuten aufgegriffen werden. Davon distanziere ich mich klar. Ich bin nicht islamfeindlich. Ich präsentiere nur die Ergebnisse meiner Studien. Und die sind so, wie sie sind. Ich kann sie ja nicht fälschen. Ich kann nur rhetorisch sorgfältig vorgehen, wie ich meine Resultate präsentiere, nämlich nicht reißerisch.

Damit sind wir mittendrin im Thema. Aufgrund Ihrer Studien kommen Sie zu dem Schluss: Wenn Muslime keinen Job kriegen, sind sie meist selbst dafür verantwortlich.

Richtig. Auch Muslime haben, wie jeder Mensch, eine Eigenverantwortung. Sie sollten sich, wenn sie zum Beispiel in Deutschland leben, bemühen, ihre Chancen auf dem heimischen Arbeitsmarkt zu erhöhen. Und in einer meiner Studien weise ich nach, dass kulturelle Distanz einen erheblichen Teil der Nachteile von Muslimen auf dem Arbeitsmarkt erklären kann.

Dass Migranten von den Arbeitgebern bei der Jobsuche diskriminiert werden könnten, spielt keine Rolle?

Es spielt schon eine Rolle, aber eine kleinere, als meine Kollegen aus den Sozialwissenschaften immer verkünden. Sie vergleichen die soziologische und demografische Lage von Migranten und...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 10/2016: Das stille Ich
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