Sammellust und Sammelwut

Viele von uns sammeln etwas? Warum tun wir das? Und wann wird sammeln krankhaft?

Manchem wächst die Sammelleidenschaft über den Kopf © Lisi Specht

Sammellust und Sammelwut

Viele von uns sammeln etwas. Warum tun wir das? Was gefällt uns daran? Und wann wird Sammeln krankhaft? Eine Annäherung an ein zutiefst menschliches Verhalten

Titusz Tarnai hat lange gebraucht, um den perfekten Ort für seine Sammlung zu finden. Vor sieben Jahren hat der 42-Jährige ihn endlich entdeckt: einen Getreidespeicher in Schwechat bei Wien. Begonnen hat Tarnais Sammelleidenschaft schon als Kind. Als er neun Jahre alt war, siedelte seine Familie von Budapest nach Wien über, damals legte der kleine Titusz seine erste Sammlung an – Lego. Richtig los ging es aber erst in seiner Zeit als Architekturstudent. „New York, Rotterdam, Barcelona“, zählt er die Stationen seiner Studienlaufbahn auf, jede für sich Anlass, „Treibgut“ zu sammeln, wie er es nennt. Waren es in Rotterdam und New York Straßenschilder und andere urbane Objekte, füllten sich in Barcelona die Kisten mit Muscheln und Steinen. Jetzt lagert alles in dem hohen Backsteinbau in Schwechat, ganz hinten gelegen auf dem Areal eines Gutshofes. Auf vier Ebenen bietet das Gebäude je 200 Quadratmeter Platz, um alles Mögliche aufzubewahren. Die fabrikhallenartigen Räume sind gefüllt mit Holzbrettern in jeder Form und Größe, Drähten, Farben – für Tarnai hat sich hier der „Bubentraum“ von einer überdimensionalen eigenen Werkstatt erfüllt. Liebevoll spricht er von seinen „Schätzen“, selbst wenn es sich nur um Glasscherben handelt.

Jeder Sammler kennt das prickelnde Gefühl, der eigenen Sammlung ein neues heißbegehrtes Objekt hinzuzufügen. Manchmal lange gesucht, manchmal durch einen glücklichen Zufall entdeckt. Solange es den Menschen gibt, gibt es auch das Sammeln. Und lange fragt sich der Mensch auch schon, warum er...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 2/2018: Die Stärke der Stillen
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