Überraschung!

Ein unangemeldeter lästiger Besuch, der Lieblingsitaliener hat geschlossen, ein Plan lässt sich nicht realisieren – solche unangenehmen Überraschungen lieben wir gar nicht. Wir ziehen das Kalkulierbare dem Unwägbaren vor. Damit tun wir uns aber keinen Gefallen. Denn gerade das Unerwartete bereichert unser Leben

Überraschung!

Ein unangemeldeter lästiger Besuch, der Lieblingsitaliener hat geschlossen, ein Plan lässt sich nicht realisieren – solche unangenehmen Überraschungen lieben wir gar nicht. Wir ziehen das Kalkulierbare dem Unwägbaren vor. Damit tun wir uns aber keinen Gefallen. Denn gerade das Unerwartete bereichert unser Leben

Vor vielen Überraschungen sind wir in der heutigen Welt relativ sicher. Der Fortschritt hat dafür gesorgt, dass wir uns auf so manches einstellen können: Wetterberichte sagen uns, ob der geplante Grillabend trocken über die Bühne gehen kann, Verkehrshinweise warnen uns vor Staus, die Bahn-App informiert uns über Zugverspätungen, Restaurant- und Hotelbewertungen im Internet vermitteln einen Eindruck davon, was uns erwartet. Wir kennen die Raumtemperatur, weil wir sie mit Heizung und Klimaanlage einstellen können, und wissen jederzeit, wie es Freunden und Verwandten in der Ferne ergeht, weil wir nicht mehr auf Briefe angewiesen sind wie in früheren Jahrhunderten. Im Vergleich zu unseren Vorfahren ist unser Leben also in vielerlei Hinsicht ärmer an Überraschungen. Das aber ist nicht nur eine positive Entwicklung, meinen die amerikanischen Psychologinnen Tania Luna und LeeAnn Renninger und kritisieren in ihrem Buch Surprise, dass wir eine ungesunde Einstellung zu Unvorhergesehenem entwickelt haben.

Der Untertitel ihres Werkes verrät, was sie uns empfehlen: Embrace the unpredictable and engineer the unexpected – nimm das Unvorhersehbare freudig an und führe das Unerwartete herbei. Den beiden Überraschungsspezialistinnen geht es dabei um die positiven Seiten unvorhersehbarer Ereignisse,...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 5/2016: Viel zu tun
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