Väter sind keine Juniorpartner

Neue Väter braucht das Land! Doch die geteilte Verantwortung erfordert auch von den Müttern ein Umdenken.

Die Illustration zeigt einen mit dem Baby spielenden Vater, während die Mutter entspannt ein Buch liest.
Mütter, lasst die Väter mal machen! © Sabine Kranz

Frau Professor Stamm, was ist ein neuer Vater und was unterscheidet ihn vom alten Vater?

Neue Väter, das ist ein relativ schwammiger Begriff. Man meint damit Väter, die sich mehr in die Erziehung einbringen als frühere Vätergenerationen, die Elternzeit nehmen, wickeln, füttern und mit dem Nachwuchs zum Kinderarzt gehen. Meine Hypothese ist, dass die Frage, ob ein Vater neu oder alt, gut oder schlecht ist, nicht allein an seiner Präsenz im Familienalltag gemessen werden kann. Es geht auch um solche Fragen: Welche Beziehung hat er zu den Kindern? Welche Verantwortung trägt er in der Familie? Und zwar nicht nur in der ersten Zeit nach der Geburt, sondern langfristig.

Wie viele neue Väter gibt es?

Fast jeder Vater sagt von sich, er sei ein neuer Vater. Im Kopf sind das 90 Prozent, im Verhalten sieht es etwas anders aus. Mit Blick auf die Ergebnisse unserer Studie sind es gut 70 Prozent der befragten Väter, die aufgrund ihrer Antworten als neue Väter bezeichnet werden können, weil sie sich auch auf der Verhaltensebene so formieren. Vor zwanzig Jahren gab es nur wenige solcher Väter. Was ich aber als politische Rhetorik bezeichnen würde, ist, dass ein teilzeitarbeitender Vater automatisch als ein neuer Vater gilt. Solche Etikettierungen sollte man nicht verwenden, das verfälscht die Realität. Denn ein Mann, der in Teilzeit arbeitet, ist in seiner freien Zeit nicht zwingend mit Vatersein beschäftigt.

Möglich ist auch, dass ein Vater sich mit dem Zusatz „neu“ von seinem eigenen Vater absetzen will. Als Mutter oder Vater besser sein zu wollen als die eigenen Mütter und Väter, das ist eine Erfahrung, die jede Generation macht. Davor ist niemand gefeit. Ich dachte als junge Mutter auch, ich...

Den kompletten Artikel können Sie bei uns kaufen oder freischalten.

Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 11/2018: Manipulation durchschauen
print

News

Beziehung
Bei der Partnerwahl sind wir berechenbarer, als wir glauben – mit einer Ausnahme
Leben
Menschen denken sehr unterschiedlich über das Träumen. Doch kaum jemand steht Träumen gleichgültig gegenüber.
Gesundheit
Ob die Integration von Geflüchteten gelingt, hängt auch vom seelischen Zustand der Betreffenden ab.