Morgen, Kinder, wird's was geben

Manche Leute beklagen sich noch Jahre später über unpassende Geschenke. So umgehen Sie die schlimmsten Fallstricke beim Schenken und Beschenkt-Werden.

Die Illustration zeigt einen Mann im blauen Pullover mit Händen in den Hosentaschen vor aufgestapelten Weihnachtsgeschenken steht
Es gibt eine Vielzahl von sozialen Regeln beim Schenken. © Stephanie Wunderlich

Beim letzten Weihnachtsfest waren es vor allem die Haustiere: „Da hat der mir doch tatsächlich eine Katze geschenkt, obwohl der doch weiß, dass ich eine Tierhaaral­lergie habe“, oder: „Ich kann Hunde nicht leiden, das war doch eigentlich klar“ – solche Sätze hat Peter Kaiser, Familientherapeut und Professor im Ruhestand im Arbeitsbereich Psychologie und Pädagogik der Uni Vechta, Anfang dieses Jahres oft gehört.

„Geschenke sind ständig Thema in den Therapiegesprächen“, sagt er. „Teilweise beklagen sich die Leute noch Jahre später, wenn jemand etwas in ihren Augen völlig Unpassendes geschenkt oder sich nicht ausreichend bedankt hat.“ 

Selbst über nichtverschenkte Geschenke gibt es immer wieder Gesprächsbedarf in Kaisers Praxis, zum Beispiel wenn Geschwister zwar vereinbaren, dass diesmal niemand etwas mitbringt, der Bruder aber insgeheim doch ein Geschenk erwartet. Oder sich nicht an die Vereinbarung hält, etwas mitbringt und die Schwester dann ertragen muss, mit leeren Händen dazustehen.

Sich Geschenkfragen zu entziehen ist also so gut wie unmöglich, sofern man irgendwelche sozialen Kontakte pflegt. Aber was genau passiert beim Schenken, dass solche Situationen so heikel werden? 

Starker Reiz für das Gehirn

Ob wir uns über ein Geschenk freuen oder deshalb tief enttäuscht sind, entscheidet unser Gehirn innerhalb von Millisekunden. Geschenke nehmen wir ähnlich wie eine Belohnung wahr – für unser Gehirn ein starker Reiz. Allerdings wird er schon beim Blick auf…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 1/2022: Stille Aufträge
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