Unsere Spuren im Netz

In sozialen Netzwerken hinterlassen wir ständig Daten. Sie sind auch für die psychologische Forschung eine Fundgrube.

Jeder von uns hinterlässt eine ständig wachsende Wolke persönlicher Daten © Thomas Kuhlenbeck

Unsere Spuren im Netz

Wir starten auf Google eine Suchanfrage, wir kommunizieren über Facebook und WhatsApp, Twitter und Instagram. Wann immer wir digital unterwegs sind, hinterlassen wir Daten. Diese sind eine Fundgrube für Wissenschaftler, die „Big Data“ nutzen, um das menschliche Verhalten zu erforschen

Auf den Servern der Welt sammeln sich heutzutage riesige Datenmengen aus fast allen Lebensbereichen an. Wir verwenden Smartphones, posten auf Facebook, kaufen im Internet, erledigen so vieles online, dass jeder von uns mehr oder weniger große digitale Fußabdrücke hinterlässt. Diese Massendaten – Big Data – gelten bei manchen als das Öl des 21. Jahrhunderts, weil sie potenziell ähnlich wertvoll sind. „Big Data von Internetsuchen und anderen Onlineäußerungen bieten einen nie dagewesenen Einblick in die Psyche der Menschen in einer Form, die sich leicht sammeln und analysieren lässt“, schreibt der renommierte Experimentalpsychologe Steven Pinker von der Harvard University. Auch der Sozialpsychologe James Pennebaker spricht voller Begeisterung von den Möglichkeiten, die Big Data eröffnen: „Indem wir verschiedene Arten von Social Media analysieren, Suchbegriffe oder sogar Blogposts, können wir Denken, Kommunikationsmuster, Gesundheit, Glaubenssätze, Vorurteile, Gruppenverhalten von Menschen erfassen – im Grunde alles, was jemals in der Sozial- und Persönlichkeitspsychologie untersucht worden ist.“

Längst haben Wissenschaftler damit begonnen, die Datenmengen zu nutzen, um mehr über unser Denken, Fühlen und Handeln zu erfahren. Einer von ihnen ist Seth Stephens-Davidowitz. Er hat an der Harvard University in Wirtschaftswissenschaften promoviert und einige Zeit bei Google als...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 2/2018: Die Stärke der Stillen
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