Hoffnung als Medizin

Eine auf Hoffnung basierende Therapie kann helfen, die oft unterschätzte psychische Belastung von unheilbar Kranken zu reduzieren.

Wer hoffen kann und bessere Zeiten vor sich sieht, hat mehr Kraft, schwierigen Phasen standzuhalten. © Marco Wagner

Hoffnung als Medizin

Erste Studien zeigen: Für unheilbar kranke Menschen könnte Hoffnung mehr sein als nur ein schwammiges Wort. Eine auf Hoffnung basierende Therapie kann helfen, die oft unterschätzte psychische Belastung zu reduzieren

Wer gesund ist, hofft auf ein langes Leben. Wer sich erkältet, hofft auf schnelle Genesung. Aber was ist mit Menschen, die keine Aussicht auf beides haben – Menschen mit einer unheilbaren chronischen Erkrankung? Worauf sollen sie hoffen? Schadet ihnen die Hoffnung sogar, weil sie an der Realität vorbeigeht? Das Gegenteil scheint der Fall zu sein: In den vergangenen Jahren mehren sich in der Forschung Hinweise, dass hinter dem Begriff Hoffnung mehr steckt als nur ein unspezifisches Gefühl. Mitunter kann Hoffnung Teil der Therapie sein – und ein Schlüssel zu einem besseren Umgang mit einer oft quälenden Belastung.

Bereits die Diagnose einer schweren körperlichen Krankheit, sei es ein Tumor, Mukoviszidose, multiple Sklerose, die Parkinsonkrankheit oder koronare Herzkrankheit, ist für viele Patienten ein kaum zu ertragender Schlag. „Die Menschen teilen ihr Leben in die Zeit vor und nach der Diagnose ein“, sagt die Psychotherapeutin Martina Berchtold-Neumann, die in der Schweiz chronisch Erkrankte betreut und Vorstandsmitglied des Vereins chronischkrank.ch ist. Bei schweren Erkrankungen werde die psychische Belastung und das komplexe Wechselspiel zwischen Psyche und Körper nach wie vor zu wenig berücksichtigt. Dabei gingen chronische Krankheiten häufig mit einer hohen sogenannten psychischen Komorbidität einher, also einem zusätzlichen Krankheitsbild, das gleichzeitig auftritt.

Die Krankheit in die Hand nehmen

Knapp jeder dritte Krebserkrankte weist zum Beispiel im Initialstadium eine psychische Störung auf, im Endstadium ist es jeder Zweite. Oft handelt es sich um Depressionen oder Angststörungen. Beide Störungsbilder wirken sich negativ auf die Prognose...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 8/2018: Alles zu meiner Zeit
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