Was Cannabis anrichtet

Die Droge gilt als ungefährliches Rauschmittel cooler Jugendlicher – die Forschung zeigt, der Konsum hat sehr wohl negative Folgen.

Die Illustration zeigt einen jungen Mann, der ausgiebig Cannabis raucht und in dessen Kopf geöffnet ist, in dem es von Cannabis-Pflanzen wuchert und Baukräne im Kopf alles umbauen
Ist der Konsum von Cannabis wirklich so ungefährlich? © Lea Berndorfer

So viel gute Laune habe ich nicht erwartet, nicht hier, in einer Klinik für junge Suchtkranke. Jan (der eigentlich anders heißt) ist 19 Jahre alt, wirkt aber ein bisschen jünger: schmal, blonder Seitenscheitel, Hipsterbrille und ein freches Grinsen im Gesicht. Ein ziemlich aufgeweckter junger Mann, mit dem man viel lachen kann. Erst wenn man länger mit Jan redet, merkt man, dass etwas nicht stimmt. Dass dieses Grinsen vieles überspielen soll, was gar nicht lustig ist. Denn in den letzten vier Jahren drehte sich in seinem Leben alles um Cannabis. Jan hat diese wichtige Zeit, in der man sich und die Welt entdeckt, bisweilen schon Weichen für den beruflichen Werdegang stellt und prägende Erfahrungen macht, eigentlich nur mit einem verbracht: mit Kiffen.

Mit 14 fängt es mit Zigaretten an. Jan gehört plötzlich dazu. Die Pausen verbringt er mit den „coolen Typen“ auf dem Raucherhof. Nach der Schule trifft man sich, um zusammen Gras zu rauchen. Zunehmend wird das zum zentralen Inhalt seines Tages. Andere Interessen sind abgemeldet. Frühere Freundschaften ebenso. „Ich wusste gar nicht, worüber ich mit anderen Leuten noch reden sollte.“

Der Stoff wird immer wichtiger; wenn er kein Gras hat, wird er nervös. „Ich bin morgens aufgestanden, habe meine Brille gesucht und mir direkt einen gebaut.“ In der Schule muss er auch während des Unterrichts immer öfter zur Toilette, um schnell einen Joint zu rauchen. Seine Lehrer tun so, als würden sie nichts merken. Auch Jans Mutter schaut weg. Erst als Jan zum zweiten Mal die Berufsschule abbrechen muss, schafft sie es, ihren Sohn von einem Entzug zu überzeugen.

Als Rauschmittel verboten

Während ich mit Jan spreche, kommen in mir eigene Erinnerungen hoch. Ich habe als Jugendliche und als Studentin selbst ab und zu Gras geraucht. Mir fallen ausgelassene, alberne Abende ein, an denen wir viel Spaß hatten. Aber auch stumpfsinniges Rumhängen...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 6/2020: An Krisen wachsen
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