Heimat finden

Heute hier, morgen dort: Immer häufiger ist der Ort, an den es uns verschlagen hat, kein Sehnsuchtsort. Aber wir sollten mit ihm Freundschaft schließen. Denn gerade in der globalen Welt brauchen wir ein Zuhause, in dem wir uns verwurzelt fühlen können

Heimat finden

Heute hier, morgen dort: Immer häufiger ist der Ort, an den es uns verschlagen hat, kein Sehnsuchtsort. Aber wir sollten mit ihm Freundschaft schließen. Denn gerade in der globalen Welt brauchen wir ein Zuhause, in dem wir uns verwurzelt fühlen können

Was unterscheidet die folgenden Städte, und was ist ihnen gemeinsam?

– Leipzig, München, Frankfurt, Heidelberg, Darmstadt, Regensburg, Dresden, Freiburg, Köln, Karlsruhe, Jena, Berlin.

– Garmisch-Partenkirchen, Baden-Baden, Potsdam, Landshut, Passau. Leer, Schwerin, Weimar.

Nun, alle diese Orte sind sogenannte „Schwarmstädte“ – sie verzeichneten in den letzten Jahren einen weit überdurchschnittlichen Zuzug. Die erste Aufzählung nennt die Städte, in die vor allem junge Leute, Studenten und Berufsanfänger im Alter zwischen 25 und 34 Jahren ziehen. Die Orte der zweiten Aufzählung sind die beliebtesten der älteren Deutschen, also Menschen jenseits der 60.

Es sind keineswegs, wie man etwa bei den „jungen“ Städten vermuten könnte, die Studien- oder Arbeitsplätze, die diese Wanderungsströme auslösen. Im Gegenteil: Stark gewachsen ist die Zahl derer, die in der Stadt, in der sie wohnen, gar nicht arbeiten. So ziehen zum Beispiel viele, die einen Job in Wolfsburg haben, nach Berlin und pendeln täglich zur Arbeit. Die Zuzügler „schwärmen“ dorthin aus, weil diese Städte als lebendige urbane Orte mit großer Anziehungskraft gelten, erklärt Harald Simons, der zusammen mit Lukas Weiden die Studie Schwarmstädte in Deutschland durchgeführt hat. „Junge Leute steigen wie Vögel aus anderen Regionen Deutschlands auf, finden sich zusammen und ziehen als Schwarm alle in die gleiche Richtung.“ Als hauptsächlichen Auslöser für diese Schwarmbildung sehen die Studienautoren vor allem den „Bedeutungszuwachs der Wohnqualität“. Eine Kombination aus baulicher Qualität und einem „Alleinstellungsmerkmal“ – einer schicken Besonderheit – führe zu solchen „Zusammenrottungen“.

Ist Glück tatsächlich eine Frage des Ortes, an dem wir leben? Zahlreiche Studien aus dem Bereich der öko­lo­gi­schen Psychologie belegen: Unsere Lebensumwelt entscheidet mit über unsere Lebensqualität – vom Einkommen über Beziehungen bis hin zur Gesundheit. Die lokalen Bedingungen unseres...

Den kompletten Artikel können Sie bei uns kaufen oder freischalten.

Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 12/2016: Heimat finden
file_download print

News

Leben
Welche Tipps würden Sie ihrem jüngeren Selbst geben? Eine Studie zeigt, was Menschen im Rückblick bewegt und was vor Reue schützt.
Beziehung
Toxische Beziehungen: Wie Partner von Narzissten deren Strategien nachahmen
Gesundheit
Warum fühlt es sich so erleichternd an, wenn man Tränen vergießt? Australische Forscher haben eine biologische Erklärung gefunden.