Sie haben einen guten Rat? Behalten Sie ihn für sich!

Die Welt ist voller Menschen, die erklären können, wie man’s richtig macht im Leben. Doch zu viel Besserwisserei kann Beziehungen schaden. Man sollte die Stolpersteine kennen, ehe man anderen „kluge“ Vorschläge macht

Sie haben einen guten Rat? Behalten Sie ihn für sich!

Die Welt ist voller Menschen, die erklären können, wie man’s richtig macht im Leben. Doch zu viel Besserwisserei kann Beziehungen schaden. Man sollte die Stolpersteine kennen, ehe man anderen „kluge“ Vorschläge macht

Wenn du die Butter weglässt, halbierst du die Kalorien. Du könntest früher in den dritten Gang schalten. Wird es nicht höchste Zeit, Kinder zu kriegen? Steh einfach ein paar Minuten früher auf, dann musst du nicht so hetzen. Ich an deiner Stelle würde sie einfach mal ganz offen darauf ansprechen. Und außerdem mit Yoga anfangen. Und wirklich, wenn du abnehmen willst, geht nichts über Löwenzahn-Grünkohl-Shakes. – Wir alle haben die Lösungen für sämtliche Probleme anderer. Schade nur, dass niemand sie hören will. Jedenfalls nicht von uns. Unzählige Ratgeber zur Kindererziehung finden glückliche Käufer, aber wehe wir geben einem Bekannten einen guten Tipp, wie er sein schreiendes Baby beruhigen kann: eisige Blicke!

In zwischenmenschlichen Beziehungen ist das Ratgeben eine verzwickte Angelegenheit, und je enger die Bindung, desto eher sind wir geneigt, ungefragt Ratschläge zu erteilen. Das haben die US-Forscher Bo Feng und Eran Magen in einer empirischen Studie herausgefunden. Sie konfrontierten Studienteilnehmer mit hypothetischen Aussagen von Freunden, die über Probleme und Zwickmühlen sprachen, dabei aber nicht um Rat fragten. Die Teilnehmer gaben weitaus mehr Ratschläge, je näher sie sich den Freunden fühlten, und in etwa 70 Prozent der Fälle rückten sie mit ihren Tipps bereits in einem sehr frühen Stadium des Gesprächs heraus.

Die Forscher stellen klar, dass unerbetene Ratschläge dem Empfänger und der Beziehung zwischen Geber und Empfänger schaden können, und eigentlich muss man kein Wissenschaftler sein, um zu wissen, dass Rat meist unwillkommen ist und die gute Absicht selbst im Fall erbetener Hilfe im Frust...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 1/2016: Ausgebrannt
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