Sei nicht so negativ!

Wer eher vorsichtig und pessimistisch in die Welt blickt, sieht sich einem Zwang zum Positiven ausgesetzt. Doch: Ist Optimismus immer gut?

Zwanghaft positiv in die Zukunft blicken? Das hat auch Nachteile © Dorothea Pluta

Optimistischer werden – warum eigentlich?

„Sei nicht so negativ!“ Wer ein vorsichtiger und eher pessimistischer Mensch ist, sieht sich heute einem Zwang zum Positiven ausgesetzt, der kaum Raum lässt für Zweifel und Skepsis. Doch: Ist Optimismus immer gut?

Gelegentlich eine rosa Brille aufzusetzen, mehr auf die Sonnenseite zu schauen und die eigenen Möglichkeiten leicht zu überschätzen ist gesund. Immer wieder haben Forscher gezeigt, dass es statistisch gesehen günstiger ist, das Glas halb voll als halb leer zu sehen. Vor allem die positive Psychologie hat zum Optimismusboom beigetragen. Jene von dem Sozialpsychologen Martin Seligman ins Leben gerufene Wissenschaftsdisziplin will nicht die Schattenseiten der Seele erforschen, sondern interessiert sich für die positiven Gefühle von psychisch Gesunden und fragt danach: Was macht Menschen fröhlich? Wann erleben sie Zufriedenheit? Wann blühen sie auf? Was lässt sie zuversichtlich in die Zukunft blicken? Welche Charaktereigenschaften sind glücksfördernd und welche glückshemmend? Ein Fazit der umfangreichen Forschung der positiven Psychologie: Glück basiert auf einer optimistischen Selbstbeschreibung und ist für jeden erlernbar und trainierbar.

Königsweg zum Glück?

Nachdem der Hype um diesen Ansatz etwas abgeflaut ist, wird Optimismus allerdings nicht mehr ganz so laut als Königsweg zum Glück angepriesen. Die Verklärung ist einer skeptischen Überprüfung gewichen. Kritische Stimmen warnen vor den negativen Folgen einer...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 4/2018: Die Kunst der Zuversicht
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