Die Psychologie des Hundeblicks

Der Blick von Hunden sagt viel aus: über ihre Evolution als menschliche Gefährten – und über uns.

Wie lieb! Wir bevorzugen aus gutem Grund Hunde, die den Hundeblick aufsetzen. © plainpicture

Die Psychologie des Hundeblicks

Wenn Hunde den berüchtigten „Hundeblick“ aufsetzen, wollen sie uns signalisieren: Ach bitte! Und wenn sie etwas angestellt haben, schauen sie schuldbewusst. Ist das wirklich so? Der Blick von Hunden sagt viel aus: über ihre Evolution als menschliche Gefährten – und über uns

Shiva setzt den Hundeblick auf. Da das graue Fell um die Augen der Australian-Shepherd-Hündin mit einem braunen Streifen gekrönt ist, sieht man ganz deutlich, wie sich die inneren Augenbrauen dabei heben und zu einem Dach formen. Diesem herzerwärmenden Blick können wir Menschen einfach nicht widerstehen.

Das zeigt auch eine Studie von Juliane Kaminski, Kognitionsforscherin an der psychologischen Fakultät der University of Portsmouth in Großbritannien. Zusammen mit ihren Kolleginnen untersuchte sie das Verhalten von Hunden im Tierheim. Dabei beschränkte sie sich auf Hunderassen, die häufig dort landen: massige Hunde wie Pitbulls, Boxer oder Doggen.

Die Forscherinnen fragten sich, ob Hunde schneller ein neues Zuhause finden, wenn sie sich Fremden gegenüber auf eine bestimmte Weise verhalten, etwa mit dem Schwanz wedeln oder die Zunge hängen lassen. Doch nichts hatte einen Effekt – außer dem Hundeblick. Je häufiger ein Hund ihn aufsetzte, umso schneller wurde er adoptiert. Mit fünf Hundeblicken innerhalb von zwei Minuten blieb ein Hund im Schnitt 50 Tage im Tierheim. Hingegen zog er mit 15 Hundeblicken in derselben Zeit rund drei Wochen früher in sein neues Zuhause.

Uralte Vorliebe

„Wir Menschen bevorzugen Hunde, die den Hundeblick aufsetzen“, erläutert Kaminski. Unsere Vorliebe für diesen Blick sei uns vermutlich gar nicht bewusst und uralt. Wenn diese menschliche Schwäche für den Hundeblick tatsächlich schon immer da war, hatten Hunde, die...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 1/2019: Stille
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