Wie ticken Hundehalter?

In früheren Zeiten waren Hunde Nutz- und Arbeitstiere. Heute gelten sie als des Menschen bester Freund und erfüllen soziale und emotionale Bedürfnisse ihrer Besitzer. Ist das eine gesunde Entwicklung für Mensch und Tier?

Wie ticken Hundehalter?

In früheren Zeiten waren Hunde Nutz- und Arbeitstiere. Heute gelten sie als des Menschen bester Freund und erfüllen soziale und emotionale Bedürfnisse ihrer Besitzer. Ist das eine gesunde Entwicklung für Mensch und Tier?

Psychologie ist die Wissenschaft vom Menschen. Aber sie macht auch vor den Tieren nicht halt. Tatsächlich gibt es innerhalb der Hundewissenschaft (Kynologie) die noch­ junge Disziplin „Hundepsychologie“, die sich mit dem Seelenleben unserer Vierbeiner beschäftigt. Was es dagegen bis heute nicht gibt, ist eine Psychologie des Hundehaltens. Eine Wissenschaft müsste das sein, die Antworten auf die spannenden Fragen liefert: Warum gibt es so viele Menschen auf der Welt, die gezähmte Raubtiere beherbergen und ­diese an einer – zur Not auch noch ausfahrbaren – Laufleine durch unsere Grünanlagen führen? Warum halten sich Menschen Hunde, zumal in Zeiten ihrer weitgehenden ökonomischen Nutzlosigkeit? Hundezeitschriften behandeln ­gerne die Frage „Wie ticken unsere Hunde?“. Mindestens so interessant ist aber: Wie ticken eigentlich Hundehalter?

Die Zahl der Hunde hierzulande steigt Jahr für Jahr langsam, aber stetig an. Heute besitzen in Deutschland fast sieben Millionen Menschen Hunde, um mit ihnen aus freien Stücken nicht nur Haus und Hof, sondern oft auch Wohn- und Schlafzimmer, ja manchmal sogar das Bett zu teilen. 43 Prozent der Hunde leben in Haushalten mit drei oder mehr Personen, 33 Prozent werden von Paaren gehalten und 23 Prozent von Singles, wie das Markforschungsinstitut Skopos im Jahr 2014 ermittelte.

Oberflächlich betrachtet gibt es für den eigenen Hund gute Gründe. Wissenschaftler verweisen immer wieder auf den wohltuenden Effekt, den er auf den Menschen ausübt. Wer einen Hund hat, bewege sich zwangsweise mehr, ein Hund halte einen auf Trab. Hunde ersetzten zudem menschliche Nähe und führten Menschen zusammen, zumal beim Gassi-gehen, sie seien soziale Katalysatoren. Dazu komme der therapeutische Nutzen ­sogenannter tiergestützter Interventionen bei verschiedenen psychischen Erkrankungen. Sie ­förderten die psychische Gesundheit, so die Kurzformel der Erkenntnisse, die etwa die Hundeforscher Henri Julius, Andrea Beetz, Kurt Kotr-schal, Dennis C. Turner und Kerstin Uvnäs Moberg gewonnen haben. Immer wieder ist auch von einer Vielzahl von Studien die Rede, die zeigten, dass Hunde vor Depressionen schützen, für Stressabbau sorgen oder dass etwa Herzinfarktpatienten eine deutlich bessere Chance auf Gesundung haben, wenn sie einen Hund besitzen. Die vorläufig letzte Entdeckung in der langen Liste des Hundebenefits: beim Streicheln schütten wir Hormone aus – und erleben dadurch intensives Bindungsglück. Dem stehen die Argumente von Hundegegnern gegenüber: Was für den Einzelnen eine Wohltat sei, sei für die Allgemeinheit eine große Belastung. „Hunde sind ärgerlich, lästig und gefährlich. Gefährlich, weil in jedem Hund ein potenzieller Beißer steckt; lästig wegen des ständigen Gekläffes und ärgerlich wegen des widerlichen Kots auf den Gehwegen, in den Bürger auf ihren Steigen mindestens einmal pro Jahr hineintreten“, sagt Wulf Beleites. Er ist Buchautor und Chefredakteur seines Antihundemagazins Kot & Köter, mit dem er all den auflagenstarken Hundezeitschriften Paroli und inmitten des allgemeinen Hunde-Hypes auch den Hundegegnern ein Sprachrohr bieten möchte.

Tatsächlich, Statistiken zufolge produzieren Hunde bei uns knapp 540 00 Tonnen Kot pro Jahr, der in noch immer großer Menge auf den Gehwegen unserer Städte abgeladen wird und zu jährlichen Entsorgungskosten von knapp 15 Millionen Euro führt, wie die Stadtreinigung Hamburg ausgerechnet hat. Das Gebell der Tiere stellt gerade in urbanen Zentren eine große Lärmbelästigung dar. Hunde stinken, machen Dreck, und viele sind gefährlich, schüchtern Menschen ein – oder verletzen sie gar: Nach Angaben des Deutschen Ärzteblatts International (25/2015) erleiden in Deutschland jährlich 30 00 – 50 00 Menschen Bissverletzungen, 60 bis 80 Prozent davon werden durch Hunde verursacht.

Hundeliebhaber nehmen für sich in Anspruch, wahre Tierliebe zu leben. Andere sagen, wahre Tierliebe sei, sich – zumal in der Großstadt – erst gar keinen Hund anzuschaffen. Über das Hundehalten zu sprechen ist immer schwierig, denn immer ist es emotional aufgeladen. Warum? Die Antwort ist einfach: Für manche Menschen ist der Hund eben oft viel mehr als nur ein Tier.

Hunde hatten für den Menschen immer schon bestimmte Funktionen. Auffällig ist, dass sich diese in den letzten hundert Jahren stark gewandelt haben. Von der Jungsteinzeit bis noch ins frühe 20. Jahrhundert hatte die Hundehaltung hauptsächlich den Sinn, dem Menschen das Überleben zu sichern – oder es zumindest zu erleichtern. Hunde waren Nutz- oder Arbeitstiere, für den Menschen sollten ­sie jagen, arbeiten, seine Lasten ziehen, ihn beschützen und seine Viehherden ­behüten.

Seit etwa den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts traten diese „äußeren“ Funktionen jedoch allmählich in den Hintergrund. In den westlichen Wohlstandsgesellschaften hat das Abrichten eines Hundes längst keinen unmittelbaren Zweck für das Überleben unserer Spezies oder die Subsistenz des menschlichen Lebens mehr, sondern ihre Funktion für den Menschen ist eine „innere“ geworden. „Heute erfüllen Hunde eher soziale und emotionale Bedürfnisse des Menschen wie den Wunsch nach einem Freund und nach Nähe“, sagt die Psychologin Andrea Beetz vom Department für Verhaltensbiologie der Universität Wien. Genau besehen ­gehören zu diesen „inneren“ Bedürfnissen tatsächlich all jene, die sich in einem menschlichen Leben regen: vom Bedürfnis nach Liebe beziehungsweise geliebt ­zu werden bis hin zum Willen zur Macht und ihrer Ausübung. Zu allen diesen Zwecken können Hunde instrumentalisiert werden.

„Partner Hund“ suggeriert Ebenbürtigkeit

Hundehalter sprechen dennoch gerne vom „Partner Hund“. So nennt sich auch eine der erfolgreichsten deutschen Zeitschriften für Hundehalter. Auch in der Hundewissenschaft ist oft die Rede von den Vierbeinern als „Sozialpartnern“. Obwohl der Begriff neutral gehalten ist, irritiert er doch: Im alltäglichen Sprachgebrauch hat sich der Begriff „Partner“ vor allem zur Bezeichnung des Lebenspartners durchgesetzt. Oder er ist zumindest für solche Beziehungen reserviert, die Ebenbürtigkeit kennen. Es würde niemand auf die Idee kommen, den eigenen Sohn oder die eigene Tochter im Kleinkindalter einen „Partner“ oder eine „Partnerin“ zu nennen. Auch „Partner Hund“ suggeriert eine Ebenbürtigkeit, die es nicht gibt.

Noch fragwürdiger ist es, wenn Menschen sogar von Hunden als „Freunden“ sprechen. Der Hund sei der beste Freund des Menschen, heißt ein unumstößlicher Bekenntnissatz vieler Hundeliebhaber. Die Autoren Christoph Jung und Daniela Pörtl beschwören in ihrem Buch Tierisch beste Freunde diese angeblich so enge Freundschaft. Aber kann ein Hund des Menschen Freund sein? Menschen wählen ihre Freunde in emotionaler Entscheidungs- und Willensfreiheit, das Tier hingegen folgt seinen Instinkten und akzeptiert im Menschen den Rudelführer, dem es sich – wenn alles gutgeht – in den meisten Fällen unterordnet. Und zur Freundschaft gehört die Liebe: Kann ein Tier lieben? Es hat Gefühle, kann sich freuen oder ängstlich sein, aber es kann keine emotional begründete Beziehung aufbauen – das kann der Mensch zum Tier, aber nicht andersherum.

Hunde werden erst dann zu „Freunden“ und „Partnern“ oder zu Wesen, die man auch noch „erziehen“ kann, wenn sie vermenschlicht werden. Geht man davon aus, dass Hunde heute von vielen Menschen für emotionale und soziale Zwecke gehalten werden, dann ist dies auch verständlich. Der Mensch kann schlechterdings nur von sozialen oder emotionalen Qualitäten profitieren, von denen er sich irgendwie einbildet, diese auch von einem Menschen – oder zumindest einem menschenähnlichen Wesen – zu erhalten. Der Mensch muss den Hund also erst zu seinesgleichen „umbauen“, damit er sich als Partner oder Freund eignet.

Ein Blick in die Hundewelten gibt dem recht: Für Hunde gibt es inzwischen fast nichts mehr, was es nicht auch für Menschen gibt. Aus den USA kommt Dog TV, ein eigenes Fernsehprogramm für Hunde. Unterwäsche für Hunde war der letzte Schrei bei der letzten „Interzoo“ – einer Fachmesse für Heimtierhaltung, in München gibt es – nicht nur als Oktoberfest-Gag – eine Dirndlschneiderin für Hündinnen. Ein ganz großer Trend sei, wie der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft bekanntgab, der Urlaub nicht nur mit, sondern für den Hund. Auf Sylt bietet ein Händler Strandkörbe in Hundegröße an, inzwischen gibt es, nicht nur in Urlaubsorten, Wellnessoasen für den Hund, eigene Massagesalons, Hunde-Yoga. Wenn der Hund gesundheitliche Probleme hat, gibt es Hundeärzte, die bei Infarktgefahr Bypässe legen oder den Tieren auch nur etwas Entschleunigung oder mehr Achtsamkeit verordnen.

Mittlerweile geht der Trend zum Zweithund

Die Vermenschlichung des Hundes zeigt sich vor allem aber darin, dass die Vierbeiner heute immer mehr wie ein Familienmitglied behandelt werden. Noch vor dreißig Jahren hatten viele Hunde eine Hütte – draußen vor der Haustür. Heute ist der Hund drinnen und immer auch da, wo der Mensch ganz bei sich ist. Viele Hundebesitzer nehmen Amy, Lucky oder Charlie überall mit hin: ins Wohnzimmer, ins Hotelzimmer, ins Restaurant, ins Flugzeug, in fremde Privatwohnungen. Hunde grüßen heute sogar schon von der Weihnachtskarte. Gerne kommt der Hund auch mit aufs Klingelschild oder den Briefkasten. Er ist häufig Teil der Familie, und entsprechend wird mit ihm kommuniziert: Mal spricht man mit ihm gebieterisch aus einer Art Elternperspektive, mal wieder verständnisvoll und zärtlich wie mit dem Lebenspartner. Der Hund, zumal wenn Kleinkinder da sind, ist selbst eine Mischung aus Geschwisterkind und Elternersatz, er ist wahlweise Spielkamerad, eine Art lebendiges Kuscheltier, Beschützer und Verteidiger der Familie und dann wieder Symbol eines bestimmten Lebensstils. Er behütet die Gruppe und gibt auch dann noch den Kindern Zuwendung, wenn die überbeschäftigten Eltern sie nicht aufbringen.

Und damit der Hund selbst nicht einsam sei unter all den Menschen, gibt es mittlerweile einen Trend zum Zweithund – übrigens mehrheitlich bei Singles: Wo der Ersthund dazu da ist, die Einsamkeit seines Herrchens zu vertreiben, ist es Sinn und Zweck des Zweithunds, die vermutete Einsamkeit beim Ersthund zu verscheuchen. Noch kurioser: Es gibt inzwischen –  twa auf der Heimtierartikel-Website „zooplus“ – einen florierenden Markt für Stoffhunde für einsame Hunde. Ein idealtypisches Beispiel dafür, wie Projektionsprozesse in der Psychologie ablaufen.

Sigmund Freud, selbst stolzer Halter einer Chow-Chow-Hündin namens Jofi, verstand unter Projektion, diesem Schlüsselbegriff der Psychologie, bekanntlich „das Verfolgen eigener Wünsche im anderen“. Projektives Verhalten bezeichnet demnach das Hineininterpretieren eigener Wünsche und Bedürfnisse in den Hund sowie das Umdeuten derselben, als seien sie ganz und gar jene ureigenen des Tieres. Wenn Herrchen friert, bekommt der Hund ein Pullöverchen übergezogen. Wenn Frauchen Zärtlichkeit möchte, wird mit dem Hund gekuschelt, weil der angeblich so verschmust ist. Der Psychomechanismus ist immer derselbe: Der Halter ist bedürftig, projiziert die Bedürftigkeit aber auf den Hund, und indem er die angebliche Bedürftigkeit des Tieres stillt, stillt er das eigene Bedürfnis. Das eigene Bedürfnis wird also gleichermaßen exportiert und am Tier befriedigt. Dafür sorgt – zumal bei Zärtlichkeitsbedürfnissen – ein hormonelles Belohnungssystem: „Beim Kontakt zum Hund“, schreibt Andrea Beetz, „werden dann auch Hormone aktiviert, die zum Wohlbefinden des Menschen beitragen. Gerade das Streicheln ist etwas Besonderes in der Beziehung zum Hund. Körperkontakt ist uns wichtig, er ist aber im zwischenmenschlichen Bereich stark reglementiert. Mit dem Hund ist er aber einfach herzustellen, und schon drei Minuten Hundstreicheln führt zu einer signifikanten Ausschüttung des Hormons Oxytocin, das Stress reduziert und zu Regeneration und Wohlbefinden beiträgt.“ Anders ausgedrückt: Die Streicheleinheiten, die der Mensch nötig hat, werden dem Tier verabreicht – am Ende aber vor allem vom Menschen als wohltuend empfunden.

Beleidigst du meinen Hund, beleidigst du mich

Das Projektionsverhalten vieler Halter geht mittlerweile so weit, dass sich Hundehalter von Menschen, die sich nur von ihren Hunden belästigt fühlen, oft persönlich angegriffen fühlen. „Etwas ­gegen den Hund zu sagen heißt für viele, am Heiligsten rühren, was der Mensch hat“, schrieb Kurt Tucholsky. Der Grund liegt auf der Hand: Der Hund ist eine Erweiterung des Selbst seines Halters, er ist ein ausgelagerter Teil der eigenen Persönlichkeit, man kann auch sagen: sein Alter Ego – eine Erweiterung des eigenen Egos allerdings im doppelten Sinn. Er ­repräsentiert Anteile des verletzten wie des unversehrten Selbst. Er ist das ­verletzte und vernachlässigte Selbst, das wir ­trösten, aufrichten und umsorgen und dem wir wie eine Mutter Liebe, Geborgenheit und emotionale Stabilität geben. Und er ist ­zugleich das unversehrte Selbst, das selbst dann noch heil und gesund ­bleiben soll, wenn andere Anteile der ­betreffenden Persönlichkeit leiden. Der Hund ist ­gleichermaßen Bemutterungsobjekt für seinen Halter wie selbstMutter für ihn, ­wobei die Interaktion mit dem Tier stets in beide Richtungen emotionsregulierend wirkt.

Man hat übrigens herausgefunden, dass dieselben stabilisierenden Funktionen nicht nur Heimtiere wie Hunde auf ihre Halter ausüben können, sondern sehr häufig auch „tote“ Objekte. Wie etwa Kuscheltiere. Mit deren psychologischen Funktionsweisen für den Menschen hat sich die Psychiaterin Inga Keterling in ihrer Dissertation auseinandergesetzt. Darin ging es ihr um die Rolle von Kuscheltieren bei Patientinnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. Der Arbeit vorausgegangen war ihre Beobachtung, dass sehr viele ­dieser Patientinnen, die in der Psychiatrie stationär behandelt wurden, Kuscheltiere bei sich hatten. Die Frauen gaben an, ­diese Objekte zur Angstreduktion und Beruhigung zu brauchen. Zudem erfüllten sie häufig eine Beschützerfunktion oder stammten von wichtigen Bezugspersonen, die sie repräsentierten. „Man weiß“, sagt Keterling, „dass Kuscheltiere zu einer ­normalen kindlichen Entwicklung dazugehören. Sie spielen bei der Bewältigung von wichtigen Entwicklungsaufgaben ­eine zentrale Rolle. Viele Borderlinepatientinnen scheinen diese Entwicklungsschritte nicht adäquatvollzogen zu haben und können deshalb diese emotional wichtigen Objekte bis ins Erwachsenenalter nicht ablegen.“ Die psychisch stabilisierende Funktionsweise dieser „transienten Objekte“, wie der englische Kinderarzt und Psychotherapeut Donald Winnicott solche Kuscheltiere bezeichnet hat, beschreibt sie so: „Das Übergangsobjekt repräsentiert die Mutter in ihrer Abwesenheit. Das Kind überträgt darauf seine Emotionen, was dazu führt, dass ein Bild der Mutter in der Vorstellung des Kindes entsteht. Die intakte Mutter-Kind-Beziehung ist entscheidend für die auf diese Weise entstehende Erkenntnis des eigenen Selbst und die Ausbildung einer stabilen Emotionsregulation. Einen ähnlichen Mechanismus stellt man sich auch bei Erwachsenen vor.“

In unserer Gesellschaft sind Hunde so etwas wie lebendige Kuscheltiere geworden. Und das nicht nur für Kinder, sondern für das Gros ihrer Halter. Tätscheln des Hundes ist immer auch Tätscheln des eigenen Selbst. Am Ende ist des Menschen große Zuneigung zum Hund stets motiviert vom so schwer erfüllbaren Wunsch, selbst geliebt und beschützt zu werden. Auch wenn er seine Gefühle für wahre Tierliebe hält. Im Grund ist es ein Missverständnis. Aber eines, das schon so alt ist wie die Geschichte der Domestizierung von Tieren zu Zwecken, die jenseits jeder ökonomischen Nützlichkeit liegen: Der Mensch meint, dem Tier etwas Gutes zu tun – und tut es doch nur für sich selbst.

Literatur

Wulf Beleites. Kot und Köter, Das Buch für alle Hundehasser. Ullstein Berlin 2015

Linda Handlin u.a.: Short-Term Interaction between Dogs and Their Owners: Effects on Oxytocin, Cortisol, Insulin and Heart Rate—An Exploratory Study, in: Anthrozoös: A multidisciplinary journal of the interactions of people and animals, Volume 24, Issue 3, 2011. Doi: 10.2752/175303711X13045914865385

Henri Julius, Andrea Beetz: Bindung zu Tieren, Psychologische und neurobiologische Grundlagen tiergestützter Interventionen. Hogrefe, 2014

Christoph Jung, Daniala Pörtl: Tierisch beste Freunde, Mensch und Hund – von Streicheln, Stress und Oxytocin. Schattauer, Stuttgart 2016

Ina Keterling: Häufigkeit von transienten Objekten bei Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung und deren diagnostische Aussagekraft. Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Medizin der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm 2010

Mars Petcare Deutschland GmbH (Hrsg.), Hund – Katze- Mensch. Die Deutschen und ihre Heimtiere. Mars Heimtier Studie 2013, Praxis – Wissenschaft – Zukunft

Winand von Petershoff: Wow Wau. FAZ, 16. Oktober, 2015, S. 16

Kurt Tucholsky: Traktat über den Hund. Gesammelte Werke 1927, Band 5, S. 324ff., Rowohlt, Berlin Sonderausgabe 1995

Silke Wechsung: Mensch und Hund, Beziehungsqualität und Beziehungsverhalten. Roderer Verlag, 2008

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 7/2016: Mut zur Unsicherheit
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