Passen wir zusammen?

Dossier Beruf & Leben: Eine durchdachte Personalauswahl lohnt sich für Unternehmen. Doch wie läuft die Suche ab? Und was bedeutet das für Bewerber?

Dossier Beruf & Leben: Passen wir zusammen?

Eine durchdachte Personalauswahl lohnt sich für Unternehmen. Doch wie läuft die Suche ab? Und was bedeutet das für Bewerber - mit welchen Tricks erhöhen sie ihre Chancen auf einen Job?

Fallstricke der Personalauswahl

Unternehmen sind nur so gut wie ihre Mitarbeiter. Deshalb ist es bei Neueinstellungen so wichtig, die besten Kandidaten zu erkennen. Machen es sich Personalabteilungen dabei zu einfach, hat es später die gesamte Organisation umso schwerer

Der Merkmalskatalog ist 26 Seiten lang und entsprechend detailliert. Bis ins Feinste ist aufgedröselt, was sich mit geschultem Blick aus dem Antlitz eines Menschen so alles ablesen lässt. Ein trapezförmiges Gesicht? Spricht für Tatkraft, Erfolgsorientierung, manuelles Geschick. Dünne, pergamentartige Haut? Zeugt von Sensibilität und der Schwierigkeit, sich abzugrenzen. Und dass Bert ziemlich wütend werden kann, hätte der arme Ernie schon beim ersten Treffen wissen können: Schließlich sind durchlaufende Augenbrauen ein Indiz für einen jähzornigen Charakter. Das ist in der Sesamstraße augenscheinlich nicht anders als im wahren Leben.

Die Aufstellung stammt aus der Feder von Tatjana Strobel, die sich auf ihrer Homepage als „erfolgreichste Physiognomie-Expertin in Deutschland, Österreich und der Schweiz“ bezeichnet. Strobel ist Buchautorin, bietet Seminare zum Thema „Gesichter lesen“ an und vermittelt diese Kunst nach eigenen Angaben unter anderem Managern namhafter DAX-Unternehmen. Auch Personalabteilungen gehörten zu ihren Kunden, sagt die Schweizerin: „Überall, wo der Mensch eine wichtige Rolle spielt, werde ich gebucht.“ Ihre Methode werde bei der Rekrutierung von Mitarbeitern als Ergänzung zu Assessment-Centern oder Tests herangezogen.

Belastbare Zahlen, wie viele Arbeitgeber sich bei der Personalauswahl an der Physiognomie ihrer potenziellen Mitarbeiter orientieren, gibt es nicht. „Meine Unternehmen möchten nicht, dass das nach außen getragen wird“, betont Strobel. Das ist verständlich, denn wissenschaftliche Belege für…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 4/2016: Mitten im Leben
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