„Meine Eltern haben sieben Jahre auf mich gewartet“

Die Schriftstellerin Annette Mingels erfuhr als Zwölfjährige, dass sie ein Adoptivkind ist. Was das in ihr auslöste, erzählt sie im Psychologie Heute-Gespräch.

„Meine Eltern haben sieben Jahre auf mich gewartet“

Die Schriftstellerin Annette Mingels erfuhr als Zwölfjährige, dass sie ein Adoptivkind ist. Was das in ihr auslöste und warum sie das Thema in ihrem aktuellen Roman "Was alles war" aufgegriffen hat, erzählt sie im Psychologie Heute-Gespräch

Annette Mingels, in Ihrem neuen Roman Was alles war verarbeiten Sie die Geschichte Ihrer eigenen Adoption. Vieles von dem, was Sie erlebt haben, findet sich in der Biografie von Susa, der Hauptfigur, wieder. Susa ist als Baby adoptiert worden, Sie selbst kamen im Alter von zwei Wochen zu Ihren Adoptiveltern. Als Sie zwölf waren, haben Ihre Eltern Ihnen erzählt, dass Sie ein Adoptivkind sind. War das damals ein Schock für Sie?

Im ersten Moment schon, ich konnte es kaum glauben. Zumal ich meinem Adoptivvater, der 2012 gestorben ist, sehr ähnlich sah, wir sind häufig darauf angesprochen worden. Selbst bei den Krankheiten gab es Parallelen: Wir bekamen beide spät Heuschnupfen, hatten immer mit dem Kreislauf zu kämpfen und anderes. Ich habe den Schock aber relativ schnell überwunden. Meine Eltern erzählten mir, sie hätten sieben Jahre auf mich gewartet, deshalb fühlte ich mich von ihnen extrem gewollt. Allerdings hatte ich auch vorher nie das Gefühl, dass mir Zuwendung fehlte. Meine Eltern haben meine Schwester, ebenfalls ein Adoptivkind, und mich immer sehr liebevoll umsorgt.

In Ihrem Roman schildern Sie, dass Susas Eltern ihrer Tochter verboten haben, über ihre Adoption zu sprechen. Es gab also ein Familiengeheimnis, was für Kinder ja eine erhebliche Belastung sein kann, sie wollen vor allem Normalität. Wie war das bei Ihnen?

Sie haben recht, auch ich sollte...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 9/2017: Wie tickt dieser Mensch?
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