Warum macht der Mensch Kunst?

Menschen malen, dichten, singen seit Jahrtausenden. Woher kommt der innere Drang, sich auf kreative Weise auszudrücken?

Kunstwerke zu schaffen ist mühsam, macht laut Forschung aber attraktiv © Stefan Mosebach

Warum macht der Mensch Kunst?

Was treibt Menschen seit Tausenden Jahren dazu an, zu malen, zu dichten, zu singen? Woher kommt der innere Drang, sich auf kreative Weise auszudrücken? Psychologen und Neurowissen­schaftler haben nun interessante Antworten gefunden

Wer jemals durch die dunkle Höhle von Lascaux ging und die faszinierend detailreichen, fast 20 000 Jahre alten Zeichnungen betrachtete, erlebte sehr unmittelbar das tiefe menschliche Bedürfnis nach künstlerischem Ausdruck – und das schon zu Zeiten, als Kunstwerke noch nicht signiert, verkauft und zu exorbitanten Preisen am Markt gehandelt wurden, sondern einfach nur an einer Höhlenwand prangten. Seit dieser Zeit nehmen Künstler selbst existenzielle Nöte in Kauf, nur um kreativ arbeiten zu können.

Was treibt Menschen seit Tausenden Jahren dazu an, zu malen, zu dichten, zu singen, obwohl sie mit anderen Tätigkeiten oft mehr Anerkennung bekommen und mehr Geld verdienen könnten? Psychologen, Kulturanthropologen, Evolutionsbiologen und Neurowissenschaftler sind dieser Frage auf der Spur und versuchen herauszufinden, warum Menschen in allen Kulturen Dinge ästhetisch gestalten, innere Erlebnisse zum Ausdruck bringen und selbst Flüchtiges wie Musik produzieren.

Erste Aufschlüsse bringt ein Blick weit weg von Galerien und Konzertsälen – in die Welt der Biologie. Dort scheint die Existenz von Kunst auf den ersten Blick ein Paradox. Denn sie hat anders als etwa Jagd, Kampf, Acker- oder Hausbau keinen unmittelbaren lebenspraktischen Sinn – weder für...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 12/2017: Beziehungsfähig!
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