Wie gerecht ist unsere Bildung?

Gemeinschaftsschulen und Ganztagsunterricht sind wichtige Voraussetzungen für gerechte Bildungschancen, meint die Soziologin Heike Solga

Wer kann, schickt seine Kinder auf eine bessere Schule. © Fotolia

„Wer kann, schickt seine Kinder auf eine bessere Schule“

In Deutschland hängt der schulische Erfolg von Kindern stark von ihrer sozialen Herkunft ab. Deshalb sind Gemeinschaftsschulen und Ganztagsunterricht wichtige Voraussetzungen für gerechte Bildungschancen, meint die Soziologin Heike Solga

Frau Solga, stellen wir uns ein zehnjähriges Kind aus einem sozialen Brennpunkt in Hamburg oder Frankfurt vor. Beide Eltern sind schon lange arbeitslos, die Familie hat viele Belastungen. Aber das Kind bekommt eine klare Gymnasialempfehlung. Was ist da gut gelaufen?

Vielleicht ist das Kind sehr begabt, und es fällt ihm leicht, die Noten zu bekommen, die es fürs Gymnasium braucht. Oder die Förderung durch die Lehrer funktioniert sehr gut. Oder irgendeine Freundin ist eine Art Vorbild, und das Kind sieht, was es erreichen könnte. Aber ich weiß schon, worauf Sie anspielen: Das kommt nicht so oft vor. Wenn man in die Forschung blickt, sieht man, dass es so ein Kind selten ganz allein schafft. Welche Kraft müsste es da haben! Meistens gibt es eine Tante, einen Onkel oder manchmal sogar einen Sporttrainer, der das Kind besonders fördert.

Warum ist der Bildungserfolg eines Kindes in Deutschland noch immer so stark abhängig von seiner Herkunftsfamilie?

Tatsächlich läuft das in vielen anderen Ländern besser als bei uns. Obwohl wir relativ viel Geld in Bildung stecken und unsere Lehrer vergleichsweise gut bezahlen. Aber in Deutschland haben wir einen offenen Widerspruch zwischen Chancengleichheit und dem Primat der Familie. Wir wissen ja,...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 3/2018: Heilkraft Meditation
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